Freitag, 25. Juli 2014

Streit um MH17-Absturz und Raketeneinsatz: Unbewiesene Anschuldigungen werden durch ständige Wiederholung nicht wahrer!



Keine der bisher an die Adresse Russlands und die der Separatisten gerichteten schweren Anschuldigungen der US- und der ukrainischen Regierung im Zusammenhang mit dem Absturz von Flug MH17 in der Ostukraine ist bisher bewiesen worden.
Regelmäßig sprechen speziell die Verantwortlichen in der US-Regierung und bei den US-Geheimdiensten davon, dass sie für ihre Anschuldigungen Beweise hätten. Doch Fakt ist, dass bisher kein einziger dieser angeblich vorhandenen Beweise der Öffentlichkeit präsentiert wurde.
Stattdessen werden ebenfalls immer wieder vorgeblich aussagekräftige Informationen an die internationale Presse lanciert, die aber bei genauerer Betrachtung oberflächlich und vage gehalten sind und hinsichtlich der angeblich vorhandenen Hinweise oder Beweise überhaupt kein klares Bild ergeben. Stets suggerieren diese von Washington und Kiew gegenüber der Presse getätigten Aussagen mehr als sie belegen.
Außerdem hat sich bisher auch keine der in den internationalen oder sozialen Medien gebrachten Enthüllungen, die als angebliche Belege für eine spezifische Schuld der Separatisten und/oder Russlands in Bezug auf den Abschuss von MH17 präsentiert wurden, als belastbar herausgestellt.
Im Gegenteil erwiesen sich diese Hinweise im Nachhinein als Fälschung oder als so stark verfälscht, dass sie überhaupt keinen Hinweischarakter mehr hatten.

Mittwoch, 23. Juli 2014

EU-Außenministertreffen: Keine neuen Sanktionen gegen Moskau wegen Flug MH17



Bisher weisen die Regierungen der USA und der Ukraine die Verantwortung für den Absturz des Passagierflug-zeuges der Malaysia Airlines über der Ostukraine den Separatisten und Russlands Regierung zu. Mehr noch beharrten sie bereits kurz nach dem Absturz darauf, die Maschine sei von den Separatisten mit einer Rakete abgeschossen worden. Die US-Geheimdienste, das Pentagon und auch Außenminister Kerry gaben gegenüber der Presse und den Medien wiederholt an, sie hätten eindeutige Hinweise darauf.
Bis heute haben sie keine Belege für diese Behauptung vorgelegt. Stattdessen bleiben beide Regierungen und besonders die USA stets bei vagen Formulierungen, die mehr suggerieren als konstatieren.
Am Montag hielt nun das russische Verteidigungsministerium eine erste Pressekonferenz zum Absturz des Fluges MH17 ab und präsentierte seine bisherigen Erkenntnisse. Gezeigt wurden auch Materialien und Aufzeichnungen, auf die sich diese Erkenntnisse stützten. Aus russischer Sicht werfen die bisherigen Auswertungen zehn Fragen an die Regierung der Ukraine auf: (1)

Freitag, 18. Juli 2014

Absturz von Flug MH17 in der Ostukraine: Vorsicht, Vorsicht! Das Spekulationskarussell dreht sich wieder!



Wurde Flug MH17 der Malaysia Airlines, mit 298 Personen an Bord, auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur über der Ostukraine abgeschossen?
Korrekte Antwort: Die Absturzursache ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt ungeklärt. Es gibt lediglich erste Hinweise und Hypothesen, alles weitere ist definitiv Spekulation.
Die US-Geheimdienste und das Pentagon sind sich jedoch bereits sehr sicher, dass das Flugzeug von ostukrain-ischen Separatisten abgeschossen wurde. (1) Zumindest scheinen sie Wert darauf zu legen, diesen Eindruck in den Medien zu verbreiten. (2) (3)
Gerade das müsste jedoch eigentlich bei jedem die roten Alarmleuchten aufleuchten lassen, angesichts des Wissens, dass
1. die Ukraine-Krise von Beginn an ein Schlachtfeld von Spekulationen, Falschmeldungen bzw. Desinformation gewesen ist,
2. es nicht die Aufgabe von Geheimdiensten ist, die Öffentlichkeit mit objektiven Informationen zu versorgen, sondern ihre jeweiligen Regierungen mit Informationen dabei zu unterstützen, ihre jeweiligen politischen Ziele zu verfolgen. Desinformation gehört indes zu den Aufgaben der Geheimdienste.

Donnerstag, 3. Juli 2014

Der Mindestlohn kommt: Eine Kapitulation vor der Ursachenbekämpfung



Die SPD hatte den Mindestlohn 2013 zum Wahlkampfthema gemacht und nach der Wahl zur zentralen Bedingung für eine Große Koalition. Jetzt kommt er also, der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro – von Ausnahmen abgesehen. Das hat der Bundestag beschlossen.
Die Debatte, ob er die richtige Lösung ist, wird damit gleichwohl nicht beendet sein. Für die Gegner sind Mindest-löhne pointiert ausgedrückt Gift für die freie Marktwirtschaft und kontraproduktiv. Für die Befürworter ist der freie Markt heute kein Garant mehr für faire Löhne, so dass der Staat hier gefordert ist, eine Grenze einzuziehen.

Die Mindestlohn-Entscheidung schüttet ungelöste Probleme einfach zu

Die Frage, wer Recht hat oder ob es nicht auch ganz anders geht, das heißt, ob es eine bessere Lösung jenseits staatlicher Regulierung und blinden Vertrauens auf die Marktkräfte gibt, ist nicht beantwortet, nicht geklärt worden. Die politische Entscheidung für den Mindestlohn ist ein Kompromiss, bei dessen Zustandekommen auf die Klärung der Frage offensichtlich verzichtet werden kann.
Insofern drängt sich der Eindruck auf, dass der Mindestlohn lediglich das Ziehen der Notbremse darstellt, weil man die Probleme, für die er die Lösung sein soll, nicht mehr durchschaut oder nicht den Mut hat, sie wirklich anzupacken.
Denn die eigentlich zu beantwortende Frage lautet, warum der Markt so viele Fälle von prekären Beschäftigungs-verhältnissen hervorbringt. Der gesetzliche Mindestlohn ändert per Vorschrift etwas an den prekären Beschäfti-gungsverhältnissen, ja, aber an den Marktverhältnissen ändert er nichts. Den Schwarzen Peter haben jetzt im Zweifel all diejenigen Unternehmen, für die der Markt diesen Mindestlohn schlicht tatsächlich nicht hergibt. Das Problem hat folglich zwei Seiten, der Mindestlohn adressiert aber nur eine Seite.
Das Problem der niedrigen Löhne und prekären Beschäftigungsverhältnisse soll und darf nicht kleingeredet werden. Aber in einer Marktwirtschaft sollte unter normalen Umständen Wettbewerb dafür sorgen, dass faire Löhne gezahlt werden und vor allem auch Löhne, von denen man leben kann. Wenn das dauerhaft nicht der Fall ist, so wie heute, kann das an den gesetzlichen Rahmenbedingungen liegen und/oder daran, dass der Wettbewerb nicht effektiv funktioniert.

Sonntag, 29. Juni 2014

Das Risiko eines politischen Blackouts: Beginnt die nächste große Krise in China?



Wir hatten in den letzten Jahren reichlich Gelegenheit, Erfahrungen mit großen Krisen wie auch mit dem Krisenmanagement zu sammeln. Wir hatten eine Finanzmarktkrise, eine Weltwirtschaftskrise und mehrere Schuldenkrisen. Es ist sinnvoll, einmal eine Art Zwischenbilanz zu ziehen. Die könnte wie folgt aussehen:

Vier zentrale Lehren aus der Krise


1. Der gemeinsame Nenner all dieser großen Krisen ist, dass es sich dabei in letzter Konsequenz stets um eine krisenhafte Zuspitzung auf Märkten handelte.
2. Eine zentrale Lehre aus diesen großen Krisen und deren Bekämpfung ist, dass die Notenbanken sie offensichtlich tatsächlich regelmäßig eindämmen können, wenn sie erstens den Märkten das geben, was sie haben wollen – Unmengen billigen Geldes – und zweitens den Märkten das abnehmen, was sie loswerden wollen, aber nirgendwo loswerden können – zweifelhafte Wertpapiere.
3. Eine zweite zentrale Lehre ist, dass sich Krisen auf den Märkten so zwar eindämmen lassen, aber die Probleme, die diese Krisen hervorrufen, damit nicht behoben, sondern noch größer werden, was die Wahrscheinlichkeit neuer, schwerer Krisen erhöht.
4. Und schließlich lässt sich festhalten, dass große Krisen auf Märkten offenbar so lange verhindert werden können, wie der politische Wille und die politische Handlungsfähigkeit bestehen, dies zu tun.

Der letzte Punkt ist möglicherweise der wichtigste. Denn es sind nicht so sehr die Notenbanken, wie man meinen könnte, sondern es ist die Politik, auf die es ankommt.
Wer das bezweifelt, der möge sich daran erinnern, dass die Notenbanken – beispielsweise die Fed, aber auch die EZB – in der Krise bzw. in den verschiedenen Krisenphasen nur die Feuerwehr gespielt haben oder besser gesagt spielen mussten, weil die Politik gelähmt, zu zögerlich oder schlicht unentschlossen war. Sie war genau genommen nicht untätig, sondern hat das Problem der Krisenbekämpfung den Notenbankern immer wieder vor die Füße gekippt. Schauen Sie nach Japan, wo man unmittelbar erkennen kann, wo die Musik wirklich spielt: Die Bank of Japan war nicht von sich aus dazu bereit gewesen, den Markt mit Unmengen billigen Geldes zu fluten, sondern der damals neue Premier Shinzo Abe hat sie dazu gezwungen.
Warum ist das überhaupt wichtig, fragen Sie jetzt vielleicht?

Mittwoch, 25. Juni 2014

Der EU-Gipfel der Uneinigkeit: Sparen mit Schäuble, stimulieren mit Hollande, reformieren mit Cameron



Geschlossenheit – dazu fordern Politiker ihre Parteikollegen auf, wenn es in ihrer Partei anhaltenden Streit gibt. Tatsächlich geht es dabei nicht selten eher darum, Abweichler auf Linie zu bringen. Streit wird in solchen Fällen nicht ergebnisoffen ausgetragen, sondern es wird alles unternommen, um ihn zu ersticken, bevor er sich negativ auf die Umfragewerte auszuwirken beginnt. Streit kann jedoch konstruktive Kräfte freisetzen und er ist immer dann gut und wichtig, wenn das geschieht.

Die europäischen Institutionen streiten um den Krisenkurs – und Macht

Seit der Finanzmarktkrise streiten die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union untereinander über den richtigen krisenpolitischen Kurs und die geeigneten Maßnahmen. Außerdem streiten Europäischer Rat bzw. auf Fachebene der Ministerrat, Europäisches Parlament und Europäische Kommission miteinander. Die Uneinig-keit ist groß, die Streitigkeiten finden scheinbar kein Ende oder werden immer wieder neu angefacht. Man dreht sich im Kreis. Die Entscheidungsprozesse sind quälend langsam, die Beschlüsse oft wachsweiche oder halbherzige Kompromisse auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner.
Erschwert wird auf europäischer Ebene alles zusätzlich noch dadurch, dass es dabei keineswegs nur um den Kurs und die Maßnahmen geht. Vielmehr ringen die beteiligten Institutionen – Rat, Parlament, Kommission – zugleich auch um ihren Einfluss in Entscheidungsprozessen und auf die Weiterentwicklung der Europäischen Union.
Das ist grob betrachtet die allgemeine und wohlvertraute Ausgangslage vor dem EU-Gipfel in Brüssel. Schaut man etwas genauer hin, dann wird es für dessen Teilnehmer dieses Mal jedoch ein Gipfel der Uneinigkeit, der sich diese Uneinigkeit aber schon aus Eigeninteresse gar nicht mehr leisten kann. Das macht ihn zu etwas Besonderem.

Mittwoch, 18. Juni 2014

Crash-Mahner versus Entertainment-Flut: Realitätswahrnehmung in der Abseitsfalle



Wir lieben Crash-Prophetien, Untergangsszenarien. Ganz besonders tun wir das, nachdem es im September 2008 zum größten Crash seit 1929 gekommen ist. Aber wir haben inzwischen zunehmend wieder das Interesse daran verloren, weil nichts dergleichen tatsächlich geschehen ist.
Das ist menschlich. Skandale und Chaos sind aufregender als Routine. Gute Nachrichten von den Märkten und der Wirtschaft sind nicht wirklich „sexy“. Die meisten interessieren sich nicht dafür und die, die sich dafür interessieren, finden gute Nachrichten nicht aufregend, sie geben uns keinen Kick – im Gegensatz etwa zur Fußball-WM.
Was uns alle aufregt, ist, wenn wir uns einem roten Bereich nähern, der große Gefahren signalisiert, wenn deswegen erst medial die Alarmglocken zu schrillen beginnen und dann infolgedessen allgemeine Aufregung herrscht. Wir verfolgen dann gebannt, ob und inwieweit Untergangsprognosen in der Realität Bestätigung finden und diskutieren intensiv, ob und unter welchen Umständen sie sich bestätigen könnten.

Crash und Krise werden als Entertainment "konsumiert"

Doch andererseits sind wir auch träge und passiv. Wir lieben unseren Trott und wir glauben tief in unserem Innersten, dass sich im Wesentlichen doch nichts für uns ändern wird – jedenfalls nicht für uns selbst. Irgendwer wird es schon irgendwie richten und wahrscheinlich kommt es sowieso nicht so schlimm. Es ist ja meistens so. Deswegen warten wir ab. Deswegen ändert sich auch nichts oder besser gesagt wir ändern nichts, das heißt, niemand sieht sich selbst zum Handeln, zu verändertem Verhalten veranlasst, um es nicht zum Schlimmsten kommen zu lassen.
Vielleicht ist das eine instinktive Reaktion. Vielleicht hat uns auch unsere heutige TV-Kultur derart stark geprägt, dass wir alles für eine lediglich virtuelle Realität halten, die sich hinter der Mattscheibe abspielt – jedenfalls so lange sie nicht zu uns ins Wohnzimmer kommt, was uns sehr überraschen würde. Wir sind engagierte Zuschauer. Das gilt für die Griechenland-Krise, die Euro-Krise und ebenso etwa auch für die Ukraine-Krise. China und Japan sind schon viel zu weit weg. Ob es da kriselt und wie sehr, das interessiert uns deswegen schon viel weniger.