Montag, 27. August 2012

Einkommens- und Vermögenskonzentration – Teil 2: Der sichtbare und der unsichtbare Teil der Vermögensschere


Vermögenskonzentration und Steueroasen

Ein entscheidender Grund dafür, dass, wie in Teil 1 abschließend konstatiert, nur ein sehr ungenaues Bild vom weltweiten privaten Vermögen existiert, ist das in Steueroasen versteckte, nicht erfasste Vermögen. Dabei suggeriert der Begriff „Steueroase“ bereits eine falsche Vorstellung, weil das in Rede stehende Vermögen meist nicht innerhalb spezifischer geographischer Grenzen zu verorten ist, sondern in komplizierten Strukturen, die es geographisch ins Niemandsland verfrachten. Der Begriff „Offshore“-Vermögen ist deswegen treffender. Er bezieht sich auf ganze Netzwerke legaler und quasi-legaler Einrichtungen und Arrangements, die nur dem Namen nach sowie oft auch nur kurzfristig an bestimmten Standorten existieren, in hohem Maße portierbar, also ortsbeweglich sind und vielen verschiedenen Gerichtsbarkeiten unterliegen oder besser gesagt praktisch keiner. Sie kontrollieren und verwalten private finanzielle und nicht-finanzielle Vermögen im ausschließlichen Interesse der Eigentümer und nicht selten ungeachtet oder in unumwundener Missachtung der Interessen und Gesetze vieler Nationalstaaten. ((1) TJN, S. 9)
„Offshore“ bedeutet beispielsweise, dass ein Gemälde oder ein Bankkonto zwar physisch in der Schweiz zu verorten sein mag. Aber die alles entscheidende Struktur, der es gehört, ist wahrscheinlich in viele Fragmente zerlegt und rund um den Globus verteilt. Noch eine der einfachsten solcher Offshore-Strukturen wäre es etwa, wenn das Gemälde oder Bankkonto einer anonymen Offshore-Gesellschaft gehört, die einer bestimmten Gerichtsbarkeit unterliegt. Diese Gesellschaft ist wiederum Eigentum eines Treuhandfonds in einem anderen Rechtsgebiet, für dessen Treuhänder abermals andere Gerichtsbarkeiten zuständig sind. ((2) TJN, S. 9)

Beim Verstecken von Vermögen in solchen Strukturen ist eine ganze Offshore-Industrie behilflich, mit Fachleuten in Privatbanken, Kanzleien, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und der Investmentbranche – die 50 weltweit bedeutendsten Banken spielen dabei eine zentrale Rolle. ((3) TJN, S. 31-34) Obwohl weltweit mehr als 500 Banken, Hedgefonds, Kanzleien und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften auf das Offshore-Geschäft spezialisiert sind, ist die Branche hoch konzentriert. Die meisten damit befassten Mitarbeiter arbeiten direkt oder indirekt für die Top-50-Banken der Welt und insbesondere für die Top 21, von denen 2010 jede wenigstens 100 Mrd. USD an grenzüberschreitenden privaten Vermögen (Assets Under Management (AUM)) verwaltete. (Hinzu kommen des Weiteren „Assets Under Custody“, „Deposits“ und „Client Assets“ „under administration“, die die AUM betraglich um 50-80 Prozent übersteigen) ((4) TJN, S. 32)
Auf diese vergleichsweise kleine Gruppe von Top-Banken entfallen 62-74 Prozent der grenzüberschreitenden Assets Under Management. Zwischen 2005 und Ende 2010 ist dieses Geschäft mit einer durchschnittlichen Rate von knapp 16 Prozent pro Jahr gewachsen – trotz Finanzmarktkrise. ((5) TJN, S. 31-33)
Die AUM der Top 10 – laut Studie des Tax Justice Network (TJN) waren das 2010 die Banken: UBS, Credit Suisse, Goldman Sachs, Bank of America, HSBC, Deutsche Bank, BNP Paribas, Wells Fago, Morgan Stanley und JP Morgan Chase ((6) TJN, Annex III-1, S. 63-64) – sind im gleichen Zeitraum noch rascher als die der Top 50 gewachsen, nämlich mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 20 Prozent. Ihr Anteil an der Verwaltung des grenzüberschreitendenden globalen Privatvermögens hat sich von 42 Prozent (2005) auf 51 Prozent (Ende 2010) vergrößert. ((7) TJN, S. 33)
Es ist eine Ironie, dass die meisten dieser namhaften „Too big to fail“-Banken in der Spitze der Top 50 in der Finanzkrise mit Steuermitteln gerettet werden mussten. Eher rhetorisch formuliert der Verfasser der TJN-Studie „The Price of Offshore revisited“, die sich mit der Schätzung des im Offshore-System versteckten privaten finanziellen Vermögens befasst, James S. Henry, deswegen die Frage, ob den Finanzministerien rund um den Globus denn nicht klar sei, dass genau dieselben Banken weltweit führend sind in der Ermöglichung von Steuer-hinterziehung. ((8) TJN, S. 33-34)
Die Schlüsselkunden des Offshore-Systems umfassen gemäß der Studie, die Henry für das Tax Justice Network (TJN) erstellte, die reichsten Menschen und Unternehmen der Welt, aber auch ihre schlimmsten Übeltäter. Die Zusammensetzung dieser Gruppe, zu der lediglich etwa 9,35 Millionen der insgesamt 6,65 Milliarden Menschen dieser Erde zählen, ist ausgesprochen heterogen. Vom 30 Jahre alten chinesischen Immobilienspekulanten, über den Software-Tycoon aus dem Silicon Valley bis zum Ölscheich aus Dubai, russischen Präsidenten, afrika-nischen Diktator und mexikanischen Drogenbaron – alles, was Vermögen macht, tummelt sich potenziell auch im Offshore-System im Verborgenen. ((9) TJN, S. 9) Die Bedürfnisse sind freilich dieselben ((10) TJN, S. 10):
  • Anonymität für sich, ihre Familien, ihre Geschäft und politischen Ränke;
  • die Möglichkeit, künftige Steuerlast sowie Steuervermeidungskosten zu senken;
  • Vermögensverwaltung – für die, die noch daran glauben;
  • die Möglichkeit, von überall auf der Welt aus einfach auf ihr Vermögen zugreifen und es verwalten zu können;
  • sichere Orte, an denen sie sich aufhalten, anonym bleiben und ihr Leben genießen können;
  • stahlgepanzerte Sicherheit für ihr anonymes, weitgehend unversteuertes Vermögen vor beständiger Bedrohung nicht nur seitens Steuerfahndern, sondern auch für sie selbst vor Entführung, Mord, Erpressung, politischen Kontrahenten, Hackern, Ex-Ehefrauen u.a.
Das zentrale Problem bei der Identifizierung des Offshore-Vermögens sind nur unvollkommen erfasste Daten, was im Wesentlichen auf drei Faktoren zurückzuführen ist:
Erstens werden Banker, Anwälte und Wirtschaftsprüfer von den Vermögenden teuer dafür bezahlt, ihre Vermögenswerte, Identitäten und sogar ihre Verhaltensmuster zu verbergen und eine einflussreiche Lobby zu unterhalten.
Zweitens sehen Aufsichtsbehörden und Notenbanken der meisten Länder Privatbanken als ihre „Schlüsselkunden“ an, so dass sie die bewusst geschaffene Intransparenz seit langem dulden.
Und drittens sind auch supranationale Institutionen wie die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS), der Internationale Währungsfonds (IWF), die Weltbank und die Organisation für Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sehr sensibel für die kollektiven Interessen der Wall Street & Co. Sie waren bisher nicht bereit, von den Finanzinstituten umfassende Angaben zu den grenzüberschreitenden Verbindlichkeiten und Einlagen sowie zu den verwalteten und verwahrten Vermögen ihrer Kunden nach Sektoren und Ursprungsland zu verlangen – nicht einmal auf einem aggregiertem Länderniveau, obwohl die BIS solche Daten teilweise zwecks Überwachung der Finanzmarktstabilität erhebt und insofern rein technisch gesehen dazu recht einfach in der Lage wäre. ((11) TJN, S. 15-16)

Die Daten zum Offshore-Vermögen und zur Vermögenskonzentration

Henry schätzt in seiner Studie das im Offshore-System versteckte private finanzielle Vermögen für das Jahr 2010 auf insgesamt mindestens 21 000 bis 32 000 Mrd. USD und betont, dass es sich dabei um eine konservative Schätzung handelt. ((12) TJN, S. 5) Das wären dann also noch einmal mindestens 10-15 Prozent jenes Betrages, den die Credit Suisse im Global Wealth Databook 2011 für das Gesamtvermögen von Privatpersonen für 2010 veranschlagt hat (212 000 Mrd. USD).
Die speziell von Vermögenden aus insgesamt 139 Entwicklungsländern in sogenannten Offshore-Steuerhäfen angelegten finanziellen Mittel liegen laut TJN-Studie bei mindestens 7 300 bis 9 300 Mrd. USD ((13) TJN, S. 5), wobei China mit 1 189 Mrd. USD klar an der Spitze liegt, gefolgt von Privatpersonen in Russland (798 Mrd. USD), Südkorea (779 Mrd. USD), Brasilien (520 Mrd. USD), Kuwait (496 Mrd. USD), Mexiko (417 Mrd. USD), Venezuela (406 Mrd. USD), Argentinien (399 Mrd. USD), Indonesien (331 Mrd. USD) und Nigeria (306 Mrd. USD). ((14) TJN, Appendix III-1, S. 55)
Der öffentliche Sektor exakt derselben Gruppe von 139 Staaten kam indes 2010 auf eine Bruttoauslandsver-schuldung von insgesamt 4 080 Mrd. USD. Abzüglich der Währungsreserven ergibt sich für die Nettoauslandsver-schuldung in 2010 demnach ein negativer Wert: -2 800 Mrd. USD. Damit ist diese Gruppe, innerhalb derer viele Staaten unsolide Haushalte haben und Sparprogramme im Stile des griechischen fahren, kein Netto-Schuldner, sondern mit 10 100 bis 13 100 Mrd. Dollar Netto-Gläubiger. Das Problem besteht laut Henry darin, dass die Vermögenswerte von einer kleinen Gruppe Reicher gehalten werden, während die Regierungen dieser Länder die Lasten der Staatsverschuldung auf die Schultern der Bevölkerung abladen. ((15) TJN, S. 6)
Die Analyse berücksichtigt allerdings nur das finanzielle Vermögen. Der Verfasser Henry weist in diesem Zusam-menhang deswegen ausdrücklich darauf hin, dass auch ein beträchtlicher Teil des privaten nicht-finanziellen Vermögens, also etwa Immobilien, Jachten, Rennpferde, Goldbarren und viele andere Dinge, über das Offshore-System (Steueroasen) läuft, so dass es unmöglich ist, die Eigentümer zu ermitteln. ((16) TJN, S. 5)
Gemäß Credit Suisse Global Wealth Databook 2011 betrug das Verhältnis der gesamten privaten finanziellen zu den nicht-finanziellen Vermögenswerten weltweit in 2010 und 2011 gleichermaßen 52 zu 48 Prozent. Rechnerisch entsprach das 130 123 Mrd. USD bzw. 119 972 Mrd. USD in 2010 und 141 399 Mrd. USD respektive 130 336 Mrd. USD in 2011. Die Summe aus beiden Positionen ist für beide Jahre höher als das jeweils ermittelte gesamte globale Privatvermögen, weil davon noch die Schulden von Einzelpersonen zu subtrahieren sind, die rechnerisch bei 38 122 Mrd. USD (2010) bzw. 40 995 Mrd. USD (2011) veranschlagt worden sind. ((17) CS, S. 71-78)
Insofern wird deutlich, dass das Tax Justice Network mit seiner vorsichtigen Schätzung des nicht erfassten finanziellen Privatvermögens auch nur für etwas mehr als die Hälfte des gesamten weltweiten privaten Vermögens eine Annäherung an dessen realen Wert leistet.
Es ist evident, dass sich dadurch das Bild der Vermögensverteilung zwischen und vor allem innerhalb von Ländern gravierend verändert, was nicht zuletzt erstens damit zusammenhängt, dass der Anteil des finanziellen Privat-vermögens am privaten Gesamtvermögen (inklusive nicht-finanzieller Vermögenswerte) in den Ländern unter-schiedlich hoch ausfällt. Abbildung 6 (Figure 4-8) verdeutlich dies für eine Länderauswahl anhand der Quote des finanziellen zum nicht-finanziellen Vermögen, wobei eine Quote von über 1 einen höheren Anteil der finanziellen Vermögenswerte anzeigt. ((18) CS, S. 104-106) Dieser Chart stammt aus dem Credit Suisse Global Wealth Databook 2011. ((19) CS, S. 106) Die Tax Justice Network Analyse zum finanziellen Offshore-Vermögen Privater legt demgemäß nahe, dass in der vergleichenden Länderbetrachtung die Vermögenskonzentration signifikant unterschätzt wird.
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Dasselbe gilt indes zweitens auch für die Vermögenskonzentration innerhalb der Länder. Aus der nachfolgenden Tabelle 1 („Global Distribution, Net Financial Assets“), die – was zu berücksichtigen ist – von anderen Daten als der Credit Suisse Global Wealth Report ausgeht, hat James S. Henry die Summe der weltweiten finanziellen Vermögen auf 55 100 Mrd. USD veranschlagt, wovon 20 600 Mrd. USD Offshore-Vermögen sind. ((20) TJN, Appendix III-2, S. 102) Es ist hervorzuheben, dass Letzteres der untere Schätzwert für das Offshore-Vermögen in 2010 ist, das er konservativ auf 21 000 bis 32 000 Mrd. USD schätzt.
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Die globale Elite – 9,35 Millionen Menschen mit einem Vermögen von mehr als 1 Mio. USD – hält demnach einen Anteil von 81,3 Prozent am globalen finanziellen Privatvermögen, was 44 800 Mrd. USD entspricht. 43,75 Prozent davon oder 19 600 Mrd. USD sind Offshore-Vermögen und somit quasi unsichtbar. Die Gruppe der Vermögenden mit über 30 Mio. USD an finanziellem Vermögen kommt auf einen Anteil an den globalen finanziellen Vermögens-werten von 30,3 Prozent bzw. 16 700 Mrd. USD. 58,68 Prozent dieses Betrages sind Offshore-Vermögen.
Vor dem Hintergrund dieser Analyse erzählen die bekannten Daten über die weltweite Vermögenskonzentration und –verteilung bisher praktisch nur die halbe Wahrheit.
Der Credit Suisse Global Wealth Report 2011 kommt in seiner Schätzung für die Gruppe der Vermögenden Erwachsenen mit einem Vermögen von über 1 Mio. USD (einschließlich nicht-finanzielle Vermögenswerte) für das Jahr 2011 auf einen Anteil von lediglich 38,6 Prozent am globalen Vermögen, was hier allerdings 89 100 Mrd. USD entspricht. ((21) CS, S. 90) Die Top-10-Prozent hatten 2011 nach Credit-Suisse-Schätzung einen Anteil von 84,3 Prozent und die Top-1-Prozent einen Anteil von 44,2 Prozent am globalen Privatvermögen in Höhe von 230 800 Mrd. USD. ((22) CS, S. 94)

Vermögensverteilung und –konzentration innerhalb von Staaten

So betrachtet setzt die Analyse des finanziellen Offshore-Vermögens Privater ein großes Fragezeichen über Analyse der Credit Suisse (CS), weil sie die Ungleichheit der Vermögensverteilung bzw. das Ausmaß der Vermögenskonzentration möglicherweise doch noch gravierend unterzeichnet. Nichtsdestotrotz zeichnet die CS-Analyse in dieser Hinsicht bereits ein sehr aufschlussreiches Bild.
Im Folgenden soll es um die Vermögensverteilung innerhalb von Staaten gehen. Wichtig zu wissen ist dabei, dass die Credit Suisse dafür nach Weltregionen – orientiert am Vermögensniveau – unterschiedliche Mindest-schwellen für die Zugehörigkeit zu den verschiedenen Vermögensgruppen (gestaffelt nach Zehnteln und zusätzlich Top 1 und 5 Prozent) definiert hat. ((23) CS, S. 91) Welche das im Einzelnen sind, geht aus Tabelle 2 („Wealth Estimates and Minimum Wealth by Region“) hervor ((24) CS, S. 146).
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Bei den nachfolgenden Abbildungen 7 und 8 ist zu berücksichtigen, dass darin nur all jene Individuen abgebildet worden sind, die überhaupt über irgendeine erfasste Form von Vermögen – und sei es noch so gering bzw. negativ (Schulden) – verfügen. Denkt man beispielsweise nur einmal an die gut 46 Millionen Essensmarkenempfänger im reichsten Land der Welt, den USA, was etwa 14,8 Prozent der Gesamtbevölkerung der Vereinigten Staaten entspricht, dann dürfte jedem klar werden, dass es sich dabei um einen nicht zu vernachlässigenden Aspekt handelt.
Abbildung 7 („Wealth Distribution 2011 for selected Countries – Part 1“) zeigt für ausgewählte Länder die Vermögensverteilung und zwar für die Top-10-Prozent und für die untersten 60-Prozent der Vermögenspyramide innerhalb der jeweiligen Länder. ((25) CS, S. 146) Die Länderanordnung erfolgt in diesem Fall nach dem Grad der Vermögenskonzentration in der Gruppe der Top-10-Prozent. Hinter einigen der aufgeführten Ländern in der Abbildung steht eine Nummer, die angibt, an welcher Stelle das jeweilige Land im Ranking der reichsten Länder (gemessen am Vermögen der dort ansässigen Privatpersonen) gemäß der Daten des Global Wealth Databook 2011 stehen. Es fällt dabei auf, dass die Schere zwischen dem Vermögen der Top-10-Prozent und dem der Bottom-60-Prozent in Ländern, die zu den reichsten zwanzig zählen, besonders weit auseinanderklafft. Während dies für Länder wie Indien, Indonesien oder Südafrika und Chile zu erwarten war und man bereits ahnen konnte, dass die USA als führendes Industrieland in diesem Punkt ein krasser Fall sein würden, ist die auffallend weit geöffnete Schere in Norwegen, den Niederlanden und Frankreich, aber auch in Deutschland und Großbritannien einigermaßen überraschend.
Am wenigsten weit geöffnet ist in dieser Auswahl die Schere in Italien, Japan, Australien, Spanien und Finnland. Es ist angesichts der in Italien sowie vor allem auch in Spanien inzwischen eingeleiteten drastischen Sparmaß-nahmen nicht wahrscheinlich, dass dies so bleiben wird.
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In Abbildung 8 („Wealth Distribution 2011 for selected Countries – Part 2“) ist für dieselbe Länderauswahl die Vermögensverteilung für die unteren 90 Prozent sowie für die Top-1-Prozent der Vermögenspyramide innerhalb der jeweiligen Länder dargestellt. ((26) CS, S. 146) Hier ist das sich darbietende Bild noch krasser. In einer ganzen Reihe von Staaten haben die Vermögenden Top-1-Prozent die unteren 90 Prozent beim Anteil am gesamten Vermögen im jeweiligen Land überholt. Das gilt überraschenderweise für Schweden, aber in noch viel stärkerem Maße für die USA, für die Schweiz und interessanterweise auch für Israel, ein Land, das sich ebenfalls auf drastischem Sparkurs befindet und von Demonstrationen dagegen geschüttelt wird. Auch in Thailand und Chile ist der Anteil der Top-1-Prozent am Vermögen größer als der der unteren 90 Prozent. Dass dies auch in Indonesien und Indien der Fall ist, überrascht nach der Abbildung 7 nicht, wohl aber das Ausmaß. In Indien liegt der Anteil der Top-1-Prozent bei 46,8 Prozent in Indonesien bei 43,2 Prozent. In beiden Ländern kommen die unteren 90 Prozent lediglich auf einen Anteil von 27,3 Prozent.
Augenfällig ist auch, dass der Anteil der unteren 90 Prozent am Vermögen in der Länderauswahl lediglich in drei Ländern oberhalb von 50 Prozent liegt: in Italien, Japan und Australien. Relativ nahe an die 50-Prozent-Marke heran kommen ebenfalls noch Spanien und Finnland. Bei allen anderen wird die Marke von 43 Prozent nicht mehr überschritten. Den niedrigsten Wert markiert Schweden mit 27,1 Prozent. Die USA liegen mit 27,3 Prozent gleichauf mit Indien und Indonesien auf dem vorletzten Platz.
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Bei all dem ist zu berücksichtigen, dass die Studie des Tax Justice Network von Juli 2012 zum Offshore-Vermögen klare Hinweise darauf liefert, dass gerade die Vermögen an der Spitze der weltweiten Vermögens-pyramide beträchtlich unterschätzt werden. Es ist insofern realistisch davon auszugehen, dass sich die Vermögensschere in vielen Staaten und insbesondere in den vermögenden Industriestaaten tatsächlich beträchtlich weiter geöffnet hat, als es die beiden obigen Abbildungen zum Ausdruck bringen.
Bezüglich der in der Abbildung 7 und Abbildung 8 dargestellten Vermögensverteilung ist zudem ein weiterer Aspekt zu berücksichtigen, der auf eine weitere Öffnung der Schere hindeutet: Angesichts der enorm gestiegenen, hohen Staatsverschuldung in vielen Staaten dürften die angekündigten und mittlerweile eingeleiteten Sparmaßnahmen, die in der Regel signifikante Kürzungen bei Löhnen, Renten und generell Sozialleistungen, aber auch Steuererhöhungen umfassen, die Vermögenskonzentration noch beschleunigen. Das liegt einerseits daran, dass die Austeritätspolitik offensichtlich insbesondere die breite Bevölkerung trifft und eher marginal oder gar nicht die Gruppe der Top-Vermögenden. Zum anderen kommt die sich verschärfende wirtschaftliche Lage mit steigender Arbeitslosigkeit und höheren Lebenshaltungskosten infolge von Austeritätspolitik und Wirtschaftskrise in Schuldenstaaten hinzu, was für viele die Notwendigkeit mit sich bringt, ihre Ersparnisse und generell Vermögen aufzuzehren.
In Abbildung 9 („Median Wealth per Adult 2011 by Country“) geht es abschließend in Teil 2 darum aufzuzeigen, in welchen Ländern das mittlere Vermögen (Median) – basierend auf Berechnungen und Schätzungen der Credit Suisse – vergleichsweise hoch liegt. ((27) CS, S. 86-89) Der Median teilt eine Stichprobe in der Mitte, so dass die Hälfte der Wert kleiner und die andere Hälfte größer ist. Damit vermittelt der Wert ein realistischeres Bild von der Vermögensverteilung innerhalb von Ländern als das Durchschnitts- oder Pro-Kopf-Vermögen, bei dem das Gesamtvermögen auf die Erwachsenen umgerechnet wird.
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Den höchsten Wert erreicht Australien mit einem mittleren Vermögen von 221 704 US-Dollar. Allein dieser Wert zeigt – vor dem Hintergrund der vorangegangenen Ausführungen – jedoch schon auf, wie groß die Kluft der Masse der Vermögen und den Top-Vermögen weltweit ist. Die breite Mittelschicht der „Vermögenden“ bewegt sich weit unterhalb von 170 000 USD. Die USA, Spitzenreiter beim privaten Gesamtvermögen wie auch bei der Zahl der zur weltweiten Elite der Top-1- und Top-10-Prozent und High und Ultra High Net Worth Individuals (siehe dazu Teil1) gehörenden Vermögenden, liegen mit einem mittleren Vermögen von 52 752 USD auf dem Platz 23, unmittelbar hinter Deutschland mit 57 283 US-Dollar.
Die Euro-Schuldenstaaten Spanien (71 797 US-Dollar), Irland (100 351 US-Dollar) und vor allem Italien (155 953 US-Dollar) liegen gemessen am mittleren Wert des Vermögens weit vor Deutschland. Dasselbe gilt für Frankreich (90 271 US-Dollar) sowie für die Schuldenstaaten Großbritannien (121 852 US-Dollar) und Japan (128 688 US-Dollar).
Bleibt zu ergänzen, dass der mittlere Wert für das Vermögen der gesamten Welt bei 4 208 USD liegt und China mit einem mittleren Vermögen von 7 496 USD (bei einer Bevölkerungszahl von 1,34 Milliarden) erwartungsgemäß weit hinten im Feld rangiert.
In Teil 3 der Reihe zur Krise und zur Einkommens- und Vermögenskonzentration wird die Einkommensent-wicklung im Zentrum stehen.

Kommentare:

  1. Hallo Herr Eichner,

    vielen Dank für ihren Beitrag.

    Ich verstehe nicht ganz wie die Unterschiedlichen Abschätzungen des Gesamtvermögens Weltweit zustande Kommen.

    Die Höchste Schätzung ist (Nur?) 230.800.000 Mio USD.

    Gibt es eine Schätzung die alle Vermögenswerte (Firmenbesitz, Immobilien, Liquide Finanzmittel) einbezieht?

    Die Offshorevermögen „erwirtschaften“ natürlich ebenfalls Renditen. Sei es durch Wertsteigerung der Immobilien sei es durch Verzinsung. Die Gewinne durch Vermögen sind Teil der Verteilungsrechnung des BIP.

    Auf „Kosten“ welcher Volkswirtschaften aber werden denn „Gewinne“ erwirtschaftet?

    Was ich ebenfalls nicht Verstehe wie ein Statistisches Bundesamt Zahlen zu einer Verteilungsrechnung angeben kann, wenn viele der Vermögen die Gewinne erwirtschaften sich ausserhalb der erfassten (offshore) Daten befinden?

    Ist in Wirklichkeit diese Berechnung des BIP schon Fehlerhaft, da diese Erträge in die BIP Berechnung nicht eingehen?

    Und die für mich entscheidende Frage ist:
    Wie hoch ist denn dann der Anteil des BIP der allein der Steigerung der Vermögen dient?
    Wie viel unserer Arbeitszeit arbeiten wir nur um Reiche noch reicher zu machen?

    Gruß
    AlienObserver

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  2. Hallo alien observer,

    es liegt auf der Hand, wie die höchst unterschiedlichen Schätzungen zustandekommen und darauf habe ich im Text auch hingewiesen: die äußerst lückenhafte Erfassung.

    Die Credit-Suisse-Studie bezieht alle Vermögenswerte ein, was ich in Teil 1 eingangs auch erklärt habe, wenn Sie da bitte einmal nachlesen wollen.

    Die Frage, auf Kosten welcher Volkswirtschaften Gewinne erwirtschaftet werden, ist - soweit ich es sehe - nicht beantwortbar. Das hat vor allem auch damit zu tun, dass der unmittelbare Zusammenhang zwischen dem VERMÖGEN von Einzelpersonen und daraus möglicherweise resultierender Profite zu STAATEN über die Frage entgangener Steuern hinaus m.E. nicht ohne weiteres herzustellen sein wird (wenn überhaupt).

    Was die Frage der Berechnung des BIP durch das Statistische Bundesamt anbelangt, das wäre einmla eine Frage, die Sie an das Amt selbst richten könnten. Die Antwort würde mich interessieren.

    Ihre beiden letzten Fragen kann ich nicht beantworten. Ich gehe aber davon aus, dass Sie sie mehr sich selbst gestellt haben und von mir nicht wirklich eine Antwort erwarten.

    Viele Grüße
    SLE

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  3. Hallo Herr Eichner,

    natürlich habe ich mir die Fragen gestellt, aber meine Ansätze sie zu Beantworten sind sehr Laienhaft. Eine Antwort darauf von einem Volkswirtschaftler würde ich wirklich sehr schätzen. Vielleicht liege ich ja vollkommen Falsch?

    Damit sind so viele Fragen verknüpft die ich für die Überlebensfähigkeit des Sytems als Kritisch betrachte. Wie sie wissen bin ich davon überzeugt, dass wir dem "Peak" der Vermögen entgegengehen.

    Beispielsweise ist der Anteil an Löhnen und Einkommen am US BIP auf unter 40 Prozent abgesunken. Wie kann die amerikanische Volkswirtschaft dies überleben?
    warum kommt es in den USA nicht zu größeren unruhen?

    Eine Antwort wäre natürlich, dass diese Gewinne vor allem in fremden Volkswirtschaften erzielt werden. Inwieweit sind hier die Interessen der Investmentbanken und der US Ausenpolitik verknüpft?
    Ist in USA der Peak schon überschritten?

    Aber wie sie sagen, die Datenbasis dazu ist vollkommen unzureichend um irgendwelche Aussagen zu treffen.

    Will diese Daten niemand erfassen?
    Wurden diese Daten erfasst aber nicht veröffentlicht?

    Gruß

    AlienObserver

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  4. Hallo alien observer,

    sähe ich keinen Zusammenhang, würde ich mir gar nicht die Mühe machen, mich damit in dieser Form auseinanderzusetzen. Konzentrationsprozesse sind nur ein anderes Wort für eine wachsende Ungleichheit - auf allen möglichen Ebenen.

    Und diese Entwicklung kann man wahrscheinlich nur erklären und ändern, wenn man sich die Strukturen genauer anschaut. Wir haben derzeit viele verschieden Krisen oder, was es besser trifft, eine multiple Krise. Im Kern handelt es sich m. E. um eine strukturell bedingte Krise und die hohen Konzentrationen - auch beim Einkommen und Vermögen, sind so betrachtet Symptome der Krise, nicht schon die Ursache selbst.

    Die Verteidigung des Status Quo ist ein uralter Reflex.

    Grüße
    SLE

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  5. Hallo Herr Eichner,

    natürlich weiss ich auf Grund unserer vielen Diskussionen, dass wir uns in dem Punkt einig sind, dass Konzentrationsprozesse ein Symptom einer fehlerhaften Wirtschaftspolitik sind. aber die Strukturen entzeihen sich einer Untersuchung.

    Ich habe schon genug Stunden damit verbracht das Internet nach Antworten auf meine Fragen zu durchgooglen um zu wissen, dass allein ihre Zusammenfassung viel Mühe gemacht hat (also noch einmal Danke dafür).

    Es muss Sie wie mich auch viel Frustration gekostet haben mit jeder weiteren Quelle wieder herauszufinden, dass eigentlich keiner genau weiss wie die Vermögenskonzentrationsflüsse fliessen.

    Dabei ist doch das Versprechen, dass jeder aud eigener Kraft reich werden kann das Fundament auf dem das ganze brüchige Gebäude unserer Volkswirtschaft steht. Wachstum kommt allen zu gute, das ist das ewige Mantra.

    Ein überzeugter Mainstream Ökonom müsste also eigentlich alles daran setzen nachzuweisen, dass das Wachstum einer Volkswirtschaft auch massgeblich dem wachsenden Wohlstand eines Landes zugute kommt. Warum gibt es also dazu keine Zahlen?

    Falls nach einer Schockterapie z.B. die griechische Volkswirtschaft nach der von der Troika befohlenen Sparpolitik wieder Wettbewerbsfähig würde, wem würde dann ein Wachstum zu Gute kommen? Bleiben die Erlöse aus einer Produktivitätssteigerungen oder einer Lohstückkostensenkung überhaupt in diesen Ländern?

    Wie ist es denn wenn das angebliche Wachstum von schwächeren Volkswirtschaften nahezu ausschliesslich dem Wachstum von Vermögen in Steueroasen, Schattenbanken und auf Schwarzkonten dient. (Wie Sie wahrscheinlich auch vermuten). Offensichtlich wäre es dann sehr schwer für die EZB oder den IWF ihre Vorgehensweise zu rechtfertigen.

    Das der Beweis für die Wohlstandsbehauptungen der Troika nicht versucht wird, oder nicht gelungen ist, lässt natürlich vermuten, dass es sich in Realität genau so zuträgt wie oben beschrieben. Aber mit Vermutungen lässt sich leider nur schwer Argumentieren.

    So lange diejenigen die von dieser Politik profitieren Macht über diese Daten haben, haben wir es schwer den Finger schmerzhaft in die Wunde zu legen.

    Nur wenn wir offensichtlich und für jeden verständlich nachweisen können, dass Reiche immer reicher werden weil Arme immer ärmer werden egal wieviel sie schuften und sparen kann man die Öffentlichkeit aufrütteln.

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  6. Hallo alien observer,

    die austeritätspolitische Schocktherapie wird Ländern wie Griechenland nicht zugute kommen. Das hat vor allem etwas damit zu tun, wie die Marktstrukturen auf den globalen Märkten ausschauen und damit, dass die mit diesem Konzept verbundene Vorstellung von "Wettbewerbsfähigkeit" nur der ihr zugrundeliegenden liberal-neoklassischen Theorie nach stimmig ist. Da letztgenannte jedoch gravierende Konsturktionsfehler aufweist, kommt nicht das dabei heraus, was sie uns verspricht: Wachstum und Beschäftigung. Dieser Wettbewerbsfähigkeitsbegriff ist vielmehr tatsächlich auf ausgereifte Märkte und Marktwirtschaften gemünzt, in denen es unter den als "ideal" erachteten Bedingungen - so, wie jetzt weltweit gut zu sehen - keine nennenswerten Wachstumsperspektiven gibt und Löhne sowie vor allem auch Beschäftigung gesenkt werden.

    Aber ich will nicht vorgreifen. Es kommen ja noch Aufsätze in dieser Reihe.

    Zu Ihrem letzten Punkt: Das ist natürlich zutreffend. Doch wo findet man schon einmal eine Abhandlung, die wenigstens das Wenige aufbereitet, dass an Daten existiert. Wie an meinen Aufsätzen zum Thema bisher zu sehen - so hoffe ich jedenfalls -, sagt allein das schon eine Menge aus.

    Viele Grüße
    SLE

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  7. Ich habe den Artikel nur überflogen. Macht auf mich den Eindruck von recht viel Datenmüll. Damit möchte ich keinesfalls die viele Arbeit des Blogherrn schmälern, dies alles mühsam zusammenzutragen.

    Ich möchte meine Reserviertheit an einem Punkt konkretisieren:

    "... dass gerade die Vermögen an der Spitze der weltweiten Vermögens-pyramide beträchtlich unterschätzt werden."

    Mein Eindruck ist viel eher entgegengesetzt: Vermögen werden gerne beträchtlich überschätzt. Ich denke an Beispiele aus der Forbes-Liste, da wird ein bestimmter Unternehmer mit 5 Mrd geführt, dessen tatsächliches Vermögen ungefähr bei max. 1-2 Mrd liegt. Wie das kommt? Da werden einfach die Schulden ignoriert.

    Ich persönlich bin keinem Reichen etwas neidig und finde es gut, wenn es viele Reiche gibt. Je mehr, umso besser. Und ich finde es auch gut und richtig, wenn jeder Besitzende sein Vermögen schützen möchte vor Bedrohungen aller Art - insbesondere auch vor räuberischen Staaten.

    Unterschätzt wird meist der vielzitierte "kleine Habenichts". Weil man z. B. seinen (staatlichen) Renten-/Pensionsanspruch unter den Tisch fallen läßt. Da kommen schnell ein paar hunderttausend Euro zusammen, auch bei kleinen Einkommen. Und bei so manchem höheren Beamten ein Millionenbetrag.

    Aber gut, Zahlen sind das unschuldige eine, was man aus diesen Zahlen macht bzw. hineininterpretiert, ist das ideologisch-agitatorische andere. Jeder sieht die Welt mit eigenen Augen und sieht das, was er sehen möchte. Gibt ja auch viele Blinde, Schielende, Fehlsichtige und Einäugige...

    Eine Anmerkung noch, wofür der kleine Mann arbeitet: Man vergleiche die Steuer-/Abgabenbelastung mit den Kapitalerträgen. Die Kapitalerträge liegen typisch durchschnittlich in einem einstelligen Prozentbereich vom Umsatz, die Steuer-Abgabenbelastung bei mehr als der Hälfte vom Umsatz (z. B. Österreich).

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    1. Hallo Fragender,

      Sie überfliegen also eine Analyse und gelangen dann zu dem Urteil, es handle sich um recht viel Datenmüll? Ist das Ihr Ernst?

      Wenn Sie sich ein wenig mehr Zeit gelassen und etwas gründlicher gelesen hätten, wäre Ihnen sicher aufgefallen, dass dieser Datenmüll aus Studien stammt, die von anerkannten Institutionen nach wissenschaftlichen Methoden erstellt worden sind.

      Ihre Überlegung, die Vermögen würden gerne beträchtlich überschätzt, ist vor diesem Hintergrund schlicht unhaltbar. Ihre Folgerung, es würden dabei einfach die Schulden ignoriert, disqualifiziert Ihre Überlegung, weil die in den Studien, aus denen die Daten stammen, selbstverständlich berücksichtigt wurden.

      Darauf habe ich außerdem im ersten Teil auch deutlich hingewiesen.

      Lieber Fragender, lassen Sie uns eine Abmachung treffen: Lesen Sie meine Aufsätze bitte gründlich, bevor Sie kritische Anmerkungen dazu niederschreiben, dann brauche ich Sie auch nicht bloßzustellen.

      Für sachliche Kritik bin ich immer offen und auch bereit, Fehler einzugestehen. Aber wenn Sie das so machen, wie hier in Ihrem Kommentar, dann kann ich Sie nicht ernst nehmen.

      Viele Grüße
      SLE

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  8. Hallo Herr Dr. Eichner,

    ich habe geschrieben, welchen EINDRUCK diese dichte Ansammlung an Daten auf MICH macht. Und ich habe mein Unbehagen mit solchen Daten an einem kleinen Beispiel konkretisiert.

    Ich habe auch keinesfalls bezweifelt, daß die Datenfülle von "anerkannten" Institutionen nach "wissenschaftlichen" Methoden erstellt wurde. Allerdings habe ich nicht diese unbedingte Authoritätsgläubigkeit, um alles 1:1 für sakrosankte Wahrheit zu nehmen. Zum einen komme ich selbst aus dem "wissenschaftlichen" Bereich und habe zum anderen jahrzehntelange praktische Erfahrung mit (statistischem) Datenmaterial. (Brauchen Sie natürlich nicht ernst zu nehmen.)

    In Ihrem Aufsatz kommen ja ohnehin Hinweise vor wie "unvollkommen erfasste Daten", "schätzt in seiner Studie" usw. Ich habe Sie als Autor dieses Aufsatzes weder kritisiert noch Ihnen einen Fehler vorgeworfen. Im Gegenteil, ich habe Ihre mühevolle Arbeit beim Zusammentragen dieses Datenmaterials ausdrücklich gewürdigt.

    Es tut mir leid, wenn ich Ihre schöne Webseite mit einem unschönen Kommentar verunstaltet habe. Ich versuche mich zu bessern und bemühe mich, es nicht wieder zu tun. Danke, daß Sie mich "bloßgestellt" haben.

    Mit freundlichen Grüßen
    Fragender

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