Montag, 25. Oktober 2010

Obamas Demokraten bei US-Kongresswahlen "besser als erwartet"?


Wenn man der Berichterstattung Glauben schenken kann, dann sind bereits fast 4 Milliarden Dollar in den Wahlkampf für die US-Kongress-wahlen geflossen. Vom massiven Eingreifen der Lobbygruppen ist die Rede. Es sind offenbar hauptsächlich die Republikaner, die unterstützt werden. Urteile des Obersten Gerichtshofs in diesem Jahr, die die langjährigen Beschränkungen für Unternehmen und Lobbygruppen aufgehoben hatten, haben dies ermöglicht.
(1)

Wenn das "Big Business" und die Banken so viel Geld einsetzen, um Barack Obama zu schwächen, dann wird er wohl als Bedrohung wahrgenommen und folglich kann für die Amerikaner nicht so schlecht gewesen sein, was er gemacht hat. Denn es waren das "Big Business" und die Wall Street, die Amerika ins finanzielle Chaos stürzten, weil sie gerettet werden mussten.

Alle Umfragen verheißen indes für die Kongresswahlen am 2. November nichts Gutes für die Demokraten. Andererseits erwartet unter anderen die Washington Post ein "gespaltenes" Wahlergebnis, also nicht den Verlust der demokratischen Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat.

Gar so schlecht steht es möglicherweise also doch nicht?

Die US-Bürger sehen, dass es noch immer nicht aufwärts geht und es ist auch nicht wirklich klar, wie Obama dies eigenlich erreichen will. Mutlosigkeit hat sich breit gemacht. Doch wie viele Amerikaner - auch jene, deren Häuser scheinbar zu Unrecht zwangsversteigert wurden (2) - werden sich jetzt nicht mehr daran erinnern, wer die politische Verant-wortung für die Finanzmarktkrise und für das dadurch ausgelöste Desaster, für die aktuelle Misere trägt? Und wie viele werden nicht mehr wissen, wer die USA in die Kriege im Irak und in Afghanistan schickte und die Verantwortung für all das trägt, was z. B. Wikileaks ans Tageslicht gefördert hat?

Schwer zu sagen. Wir werden es erst nach dem 2. November wissen.

Sollten die Wahlen für Obamas Demokraten jedoch deutlich "besser als erwartet" laufen, dann wird - anders als in der Folge dieser Redewendung bisher üblich - die Wall Street wohl nicht in Feierlaune sein. Das wiederum wäre für die US-Bürger durchaus ein Grund, etwas zuversicht-licher in die Zukunft zu blicken. (3)

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