Dienstag, 2. Februar 2016

Globale Vermögenskonzentration in den Krisenjahren 2008-2015 (Teil 2): Die Notenbanken, das Finanzmarktcasino und die Reichsten



George Soros macht mit einer neuen Währungswette von sich reden. (1) Dieses Mal setzt er auf eine Abwertung des chinesischen Yuan. Aber er ist nicht allein damit. Eine ganze Reihe von Hedgefonds soll den Yuan ebenfalls „geshortet“ haben. (2) Doch Soros wettet zugleich auch auf einen Einbruch des amerikanischen Aktienmarktes.
Für die Privatvermögen in den USA und China, die – wie in Teil 1 festgestellt – die großen Gewinner der Krisenjahre 2008-2015 waren, sind das potenziell äußerst schlechte Nachrichten. Denn gehen die Wetten auf, dann dürfte das gleichbedeutend mit einem schweren Schlag insbesondere für die Privatvermögen in China und in den USA sein. Wie gewonnen, so zerronnen – das wäre dann aber beinahe noch eine gute Nachricht. Denn ein großer Absturz der beiden größten Volkswirtschaften der Welt oder zumindest von deren Börsen könnte die Privatvermögen durchaus weit unter das Krisenniveau von 2008/2009 abschmelzen.
Es lohnt deswegen ein Blick darauf, wie sich in den Top-10-Ländern das finanzielle Privatvermögen, untergliedert nach Anlageklassen sowie das nicht-finanzielle Privatvermögen und die privaten Schulden im Zeitraum 2008-2015 entwickelt haben oder mit anderen Worten, wo eigentlich wie viel auf dem Spiel steht.

Internationale Standards für die Erstellung von Vermögensbilanzen

Die Berechnungen des Vermögens der privaten Haushalte im Global Wealth Databook 2015 der Credit Suisse (3) folgen internationalen Standards. Diese wurden im von den Vereinten Nationen (UN), dem Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank, der Europäischen Kommission und der OECD gemeinsam entwickelten „System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen“ („System of National Accounts“ (SNA2008) (4)) festgelegt.
Die Europäische Union hat wiederum ein eigenes „Europäisches System Volkswirtschaft­licher Gesamtrechnungen“, das zum Teil andere Definitionen verwendet als das SNA2008 und zusätzliche Differenzierungen vorsieht, um den Besonderheiten auf europäischer Ebene besser gerecht werden zu können. Gleichwohl stimmt es im Wesentlichen mit den Standards des SNA2008 überein und stellt so die internationale Vergleichbarkeit der Daten sicher. Ab September 2014 ist auf europäischer Ebene die überarbeitete Fassung der europäischen Standards („European System of Accounts“ (ESA 2010) (5)) maßgeblich.
Aus der Addition von finanziellem und nicht-finanziellem Privatvermögen (das insbesondere Immobilien und Land umfasst) abzüglich der privaten Schulden ergibt sich das Netto-Privatvermögen. Wenn also im Global Wealth Databook der Credit Suisse und hier im Aufsatz vom „Privatvermögen“ die Rede ist, dann ist damit immer das Netto-Privatvermögen gemeint.

Die größten Gewinne der Krisenjahre sind beim finanziellen Privatvermögen angefallen

Abbildung 8 zeigt, alle Komponenten der Privatvermögens-Entwicklung in den Top-9-Ländern, also finanzielles, nicht-finanzielles Vermögen und privaten Schulden und zwar um wie viel sie sich – in Billionen US-Dollar ausgedrückt – von 2008 bis 2015 jeweils verändert haben. Es ergibt sich ein beeindruckendes Bild.
Abbildung 8: Zum Vergrößern bitte Abbildung anklicken!
Unschwer zu erkennen ist, dass sich in den reichsten neun Ländern beim finanziellen Privatvermögen am meisten bewegt hat. Zusammengerechnet hat es sich in den letzten sieben Jahren seit der Finanzmarkt- und Weltwirtschaftskrise um 40,98 Billionen Dollar vergrößert. Verringert hat es sich insbesondere in Japan, aber auch in Italien und Deutschland. Den größten absoluten Zuwachs hat es mit großem Abstand in den USA gegeben, gefolgt von China und Großbritannien.
Das nicht-finanzielle Privatvermögen hat sich in diesen drei Ländern zwar ebenfalls deutlich vergrößert. Aber bei weitem nicht so stark wie das finanzielle Privatvermögen. Auf der anderen Seite sind, wie aus Abbildung 8 zu ersehen ist, die Verluste beim nicht-finanziellen Vermögen in den Verliererstaaten Japan, Italien, Deutschland und Frankreich stärker ausgeprägt als beim finanziellen Vermögen.
Die privaten Schulden haben sich im betrachteten Zeitraum in jenen Ländern mit ausgeprägten Gewinnen beim finanziellen und nicht-finanziellen Vermögen vergrößert – besonders stark in China.
Was jedoch ergänzend berücksichtigt werden muss, ist, dass Währungseffekte im Falle Japans und der Euro-Länder natürlich eine Rolle spielen. Denn sowohl der Yen als auch der Euro haben im betrachteten Zeitraum gegenüber dem US-Dollar abgewertet und das Privatvermögen wird im Credit Suisse Databook für alle Länder in US-Dollar ermittelt.
Zeigt Abbildung 8 die in Geldbeträgen ausgedrückten Veränderungen, so sind in der nachfolgenden Abbildung 9 die absoluten Geldbeträge für alle neun Länder jeweils für die Jahre 2008 und 2009 ausgewiesen.
Abbildung 9: Zum Vergrößern bitte Abbildung anklicken!
Damit wird das Niveau des privaten Vermögens und der privaten Schulden in den reichsten neun Ländern der Welt deutlich. Zwar hat es, wie zuvor gezeigt, bei der privaten Verschuldung in China betragsmäßig die größte Veränderung gegeben. Allerdings liegt es damit immer noch deutlich unter dem Verschuldungsniveau in Japan und Großbritannien und nur geringfügig über dem in Deutschland.
Die USA sind allerdings auch in dieser Kategorie Weltmeister. Am privaten Schuldenstand hat sich dort zwischen 2008 und 2015 nur wenig geändert. Wichtig zu bemerken ist jedoch ebenso das schon im Jahr 2008 extrem hohe Niveau des finanziellen Privatvermögens in den Vereinigten Staaten. In China wiederum hat sich das finanzielle Privatvermögen mehr als verdoppelt.
Dies zeigt, wie stark die Vermögen in diesen beiden Ländern negativ betroffen wären, wenn die Wetten von Soros und verschiedenen Hedgefonds aufgingen. Das untermauert speziell im Falle der USA auch die Entwicklung in den verschiedenen Anlageklassen. Für China werden dazu im Global Wealth Databook der Credit Suisse leider keine Daten ausgewiesen.

Steigerungen beim finanziellen Vermögen nach Anlageklassen

Was die Differenzierung des finanziellen Privatvermögens nach Anlageklassen anbelangt, so gibt es dazu in den oben angesprochenen internationalen und europäischen Standards ebenfalls entsprechende Festlegungen, an denen sich die Credit Suisse im Global Wealth Databook orientiert. Unterschieden werden dort bei der Analyse der Zusammensetzung der Portfolios der privaten Haushalte drei Kategorien:
  • liquides Vermögen (Bargeld und Einlagen),
  • Aktien und andere Beteiligungen bzw. Anteilsrechte (u.a. Genussscheine, Investmentzertifikate) und
  • sonstiges finanzielles Vermögen (alle übrigen Wertpapiere sowie das in privaten Versicherungen und Pensionsfonds gebundene Privatvermögen).
Abbildung 10 zeigt für die Top-9-Länder – mit Ausnahme von China – jeweils den Vermögensstand in den Anlageklassen im Jahr 2008 und 2014. Zur besseren Orientierung sind dazu zusätzlich auch das finanzielle sowie das nicht-finanzielle Privatvermögen in den beiden Jahren ausgewiesen. Die Summe aus liquiden Mitteln, Aktien und Beteiligungen sowie sonstigem finanziellen Vermögen ergibt jeweils das finanzielle Privatvermögen.
Abbildung 10: Zum Vergrößern bitte Abbildung anklicken!
Unschwer zu erkennen ist, dass es in keinem der betrachteten acht Länder eine so starke Vergrößerung des Vermögens in allen Anlageklassen gegeben hat wie in den USA. Vor allem aber sticht hervor, dass die starke Erhöhung des finanziellen Privatvermögens dort vor allem auf die Steigerungen bei Aktien und Beteiligungen sowie beim sonstigen finanziellen Vermögen zurückzuführen ist. In ähnlicher Weise gleichmäßig stark gestiegen ist das Vermögen in diesen beiden Anlageklassen nur noch in Kanada – allerdings auf einem viel niedrigeren Niveau.
In Australien sowie insbesondere in Großbritannien wiederum basiert der Anstieg beim finanziellen Privatvermögen besonders auf der Vergrößerung des sonstigen finanziellen Vermögens und weit weniger auf Steigerungen beim Vermögen aus Aktien und Beteiligungen.
Bezogen auf die USA lässt sich zudem feststellen, dass es nirgendwo sonst eine derart signifikante Vergrößerung des Vermögens im Bereich Aktien und Beteiligungen gegeben hat. Das veranschaulicht auch die Abbildung 11, in der die betragsmäßigen Veränderungen im Zeitraum 2008-2015 abgetragen sind. Und auch wenn für China diesbezüglich keine Daten vorliegen, ist anzunehmen, dass der Anstieg beim finanziellen Privatvermögen dort ebenso vor allem auf Steigerungen entweder beim Vermögen aus Aktien und Beteiligungen oder beim sonstigen finanziellen Vermögen oder auf Steigerungen in beiden Klassen zurückzuführen ist.
Abbildung 11: Zum Vergrößern bitte Abbildung anklicken!
Das verdeutlicht, wie exponiert das Privatvermögen speziell in den USA gegenüber Entwicklungen ist, die die Aktienmärkte und/oder die Anleihenmärkte schwer in Mitleidenschaft ziehen würden. Dass sich in beiden Bereichen Risiken aufgebaut haben, kann kaum noch ernsthaft bestritten werden. Das liegt vor allem auch an der extrem lockeren Geldpolitik der Notenbanken seit 2008. Aber ebenso an der teils stark gestiegenen Verschuldung bei zugleich – wie etwa im Falle Japans, aber jetzt verstärkt auch wieder in den USA – unsicheren oder, wie insbesondere im Falle Chinas, sogar abwärts gerichteten wirtschaftlichen Perspektiven.
Bedenkt man, dass die Stabilität der globalen Finanzmärkte seit der Krise von 2008/2009 letztlich auf der lockeren Geldpolitik der Notenbanken und die der globalen Wirtschaft auf der starken Entwicklung der chinesischen Volkswirtschaft beruhte, dann lässt sich die Doppel-Wette von George Soros auf einen Absturz des Yuan und der US-Aktienmärkte zumindest sehr gut nachvollziehen.
Denn einmal bestehen angesichts der immer wieder stark schwankenden Aktienmärkte Chinas, aber unter anderem auch wegen des überraschenden Schritts der Bank of Japan, Strafzinsen zu erheben, inzwischen zunehmend Sorgen hinsichtlich der Fähigkeit der Notenbanken, die Stabilität der Finanzmärkte zu bewahren. (6) Zweitens gehen die Turbulenzen in und wegen China im Kern auf die großen Unsicherheiten bezüglich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung dort zurück oder hängen genauer gesagt an der Frage, wie gut oder schlecht es um Chinas Wirtschaft wirklich bestellt ist. Denn nicht wenige haben Zweifel an der Verlässlichkeit der offiziellen Daten.
Ob und inwieweit diese Zweifel berechtigt sind, ist letztlich nicht entscheidend. Allein die Existenz und Eigendynamik dieser Zweifel kann ausreichen, um Börsen einbrechen zu lassen und reale wirtschaftliche sowie vor allem auch finanzielle Folgen zu verursachen.
Während George Soros sein Milliardenvermögen weiter vergrößern dürfte, wenn er seine Wetten gewinnt, könnte sich die Schere zwischen Arm und Reich in diesem Fall jedoch weltweit schlagartig wieder ein ganzes Stück weit schließen.

Die Schere zwischen Arm und Reich hat sich weiter geöffnet

Einstweilen ist jedoch festzustellen, dass die Ungleichheit speziell in den letzten Jahren in Indien, China, im asiatisch-pazifischen Raum sowie geringfügig auch in Nordamerika gestiegen ist. Wie die Abbildung 12 weiter zeigt, ist der Anteil der unteren 60 Prozent der Vermögenspyramide in den differenzierten Weltregionen zwar nur teilweise weiter gefallen. Der Anteil der oberen zehn Prozent ist hingegen mit Ausnahme von Afrika überall gestiegen. Das deutet auf einen verstärkten Konzentrationsprozess an der Spitze zu Lasten der Gruppe der oberen 60-90 Prozent hin.
Abbildung 12: Zum Vergrößern bitte Abbildung anklicken!
Wichtig zu bemerken ist in diesem Zusammenhang, dass die Weltregion „Europa“ hier nicht identisch mit der Europäischen Union ist, sondern mit der geografischen Definition Europas.
Differenzierter ist das Bild auf der Ebene der zehn reichsten Länder. Abbildung 13 zeigt die Entwicklung des Anteils der unteren 60 Prozent im Vergleich zu der des Anteils der oberen zehn Prozent im Zeitraum 2010-2015.
Stark vergrößert hat sich die Ungleichheit in Italien, Japan, China und Spanien. Vergrößert hat sie sich auch in Australien, allerdings nicht so stark. Kaum verändert hat sich die Ungleichheit lediglich in Kanada. Frankreich ist unter den Top-10-Ländern das einzige Land, in dem sie sich verringert hat. In den USA, Deutschland und Großbritannien hat sich zuletzt der Anteil der unteren 60 Prozent kaum verändert. Der Anteil der oberen zehn Prozent hat sich dort indes jeweils weiter vergrößert.
Hervorzuheben ist, dass die USA und Deutschland jene Top-10-Länder mit dem geringsten Vermögensanteil der unteren 60 Prozent sind. Die USA sind darüber hinaus auch Spitzenreiter beim Vermögensanteil der oberen zehn Prozent – vor China und Deutschland.
Abbildung 13: Zum Vergrößern bitte Abbildung anklicken!
Die hohe Vermögenskonzentration kommt noch stärker zum Ausdruck, wenn man die Vermögensanteile des obersten ein Prozent und der unteren 90 Prozent grafisch vergleichend abbildet, was für die Weltregionen in Abbildung 14 geschehen ist.
In Afrika, Indien und im asiatisch-pazifischen Raum ist die Vermögenskonzentration extrem hoch. Sehr hoch ist sie allerdings auch in Latein- und Nordamerika. Die geringste Konzentration ergibt sich auf dieser Betrachtungsebene für Europa. Allerdings spricht es auch in diesem Fall für sich, dass die oberen ein Prozent der Vermögenspyramide immer noch über knapp mehr verfügen als die 90 Prozent der unteren Hälfte – Tendenz klar steigend.
Abbildung 14: Zum Vergrößern bitte Abbildung anklicken!
Festzustellen ist, dass sich der Vermögensanteil der oberen ein Prozent im Zeitraum 2010-2015 in ausnahmslos allen Weltregionen vergrößert hat.
Auf der Ebene der reichsten zehn Länder kommen bei dieser Betrachtung die unteren 90 Prozent besser weg, wie ein Blick auf Abbildung 15 klar macht. In Japan, Australien, Italien, Großbritannien und Frankreich ist der Anteil der unteren 90 Prozent von 2010 bis 2015 zwar überall gesunken, liegt aber in allen Fällen bei über 45 Prozent, in Japan sogar bei über 50 Prozent. In Spanien ist er hingegen auf unter 45 Prozent gefallen, in Deutschland nähert er sich der 35-Prozent-Marke und in den USA lag der Vermögensanteil der unteren 90 Prozent sogar nur noch bei knapp über 24 Prozent.
Spitzenreiter beim Anteil der oberen ein Prozent am gesamten Privatvermögen des jeweiligen Landes war 2015 interessanterweise China, dicht gefolgt von den USA, auch wenn er dort von 2014 auf 2015 um einen Prozentpunkt auf gut 37 Prozent gefallen ist.
Die Vermögenskonzentration an der Spitze setzt sich folglich fort. Diese Aussage lässt sich für alle Top-10-Länder halten. Denn mit Ausnahme von Frankreich war der Vermögensanteil der oberen ein Prozent 2015 in allen Ländern größer und jener der unteren 90 Prozent kleiner als im Jahr 2011.
Abbildung 15: Zum Vergrößern bitte Abbildung anklicken!
Wie stark die Vermögenskonzentration gestiegen ist, verdeutlicht ferner eine zum diesjährigen Weltwirtschaftsforum von Davos vorgestellte Analyse von Oxfam. (7) Die aus dem entsprechenden Oxfam-Report entnommene Abbildung (siehe Abbildung 16) zeigt dies.
Abbildung 16: Zum Vergrößern bitte Abbildung anklicken!
Lediglich unterbrochen von der Finanzmarkt- und Weltwirtschaftskrise ist das zusammengerechnete Privatvermögen der weltweit reichsten 62 Personen bis zuletzt so stark gestiegen, dass es nunmehr den Anteil der ärmsten 50 Prozent der Welt am globalen Privatvermögen übersteigt.

Die wachsende Ungleichheit ist ein Symptom und ein Alarmsignal für eine schwere systemische Krise

Damit kein Missverständnis aufkommt: Es geht hier nicht in erster Linie um eine moralisch begründete Gerechtigkeit in dem Sinne, dass man den Reichen wegnehmen und den Milliarden von Armen geben müsse, beispielsweise durch Vermögenssteuern. Vielmehr ist diese Entwicklung sowie das erreichte Ausmaß an Ungleichheit ein Ergebnis völlig aus dem Ruder gelaufener globaler Märkte.
Denn deren Strukturen sprich hohen Unternehmenskonzentrationsgrade zementieren Besitzstände und vergrößern Ungleichgewichte anstatt sie – wie von der herrschenden liberal-neoklassischen ökonomischen Lehre behauptet – immer wieder von selbst auszugleichen, in ein Gleichgewicht zu bringen, sofern man die Märkte frei lässt. Die oft für die heutige reale Form von Marktwirtschaft fälschlich immer noch vorgebrachte Postulat, Leistung müsse sich lohnen und die Märkte frei zu lassen, sei ein Garant dafür, ist angesichts dessen nichts anderes als blanker Zynismus. Denn derart hochkonzentrierte Märkte belohnen offensichtlich nicht die bessere Leistung, sondern schlicht die finanziell Stärksten. Sie sind der Motor, der diese Ungleichheit und Ungleichgewichte produziert und weiter steigert bis er an die Grenzen seiner Belastbarkeit stößt.
Die globale Wirtschaft ist heute und – nimmt man die Vermögensungleichheit einmal als lediglich einen Maßstab – schon seit vielen Jahren gleichbedeutend mit der Verschwendung und Unterdrückung von Fähigkeiten, die für die Entwicklung derselben von unschätzbarem Wert wären. Es ist ein Opfer, das Notenbanken und Regierungen offenbar bereitwillig erbringen, indem sie die wirtschaftlichen und marktlichen Gegebenheiten zu erhalten trachten anstatt sie zu verändern, um einen echten, fairen Leistungswettbewerb und eine neue, dynamische Stabilität der Märkte wiederherzustellen. Dann würde sich auch die Ungleichheit wieder reduzieren.
Die auseinanderklaffende Schere zwischen Arm und Reich ist so betrachtet nur eines von vielen Symptomen für die tiefschürfende Krise des über die Jahrzehnte mutierten Systems der westlichen Marktwirtschaft. Wird das bei den Entscheidern gesehen? Nein, offensichtlich nicht.

Kommentare:

  1. Hallo Herr Eichner,

    vielleicht wäre es noch spannend zu erörtern wodurch diese Gewinne im Finanzsektor entstehen. Meine Vermutung ist, dass sich dieses System seit einiger Zeit von eine "Kapitalistischen" System weit entfernt hat.

    Während nach der klassischen Wirtschaftswissenschaft für die Vermehrung von Kapital die Arbeit der Beschäftigten in den Produktionsunternehmen (unter Einsatz von Ressourcen) nötig ist, hat sich dieses System davon schon längst verabschiedet.

    Die Zahl der Weltweit nicht oder extrem prekär beschäftigten steigt unentwegt. Die Lohnniveaus sinken und die Anzahl der global beschäftigten stagniert (nimmt ab?). Siehe hier. Die Weltweite Produktion (und das BBIP) sinken ebenfalls

    Wenn man sich die Forbes Listen und andere Aufstellungen betrachtet, dann ist die erfolgreichste Methode der Anhäufung großer Vermögen in Investmentbanken, Geier-Fonds und Hedgefonds zu suchen. Unternehmen wie Lonestar, Elliot Management oder Blackrock nutzen die politische Macht des Kapitals um die Gesetzgeber zu beeinflussen, die dann Lücken für die Bereicherung aus dem Steueraufkommen oder dem Privatvermögen der Mittel und Unterschicht schaffen.

    In diesem neuen Wirtschaftssystem, für das ich von Gerald Celente den Begriff Bankism geklaut habe, bringen Investmentbanken und andere Finanzinstitutionen die Regierungen dazu, das Geld direkt aus dem Steuersäckel von arm nach reich umzuverteilen. Mittels der Austeritätspolitik wird wie in Griechenland sooft wie möglich gegen die massiven Proteste und die demokratische Entscheidung der Bevölkerung der Raub an den Volkswirtschaften durch demokratisch nicht legitimierte Funktionäre vorangetrieben.

    Während sich dieser Bankism immer weiter ausbreitet rückt die Politik immer weiter nach rechts und schafft antidemokratische und autoritäre Strukturen um diese Ausbeutung durchzusetzen (z.B. TTIP, NSA ...). Diese Entwicklung ist natürlich noch nicht abgeschlossen, aber ein neuer Postkapitalismus deutet sich an, ein neofeudales autoritäres Herrschaftssystem dass irgendwann den letzten Anschein an demokratischer Legitimation aufgeben wird.

    Eine Frage die ich auch aufwerfen will ist, wie die Wirtschaftswissenschaft auftreten sollte, wenn offensichtlich die Marktwirtschaft durch den Raub an den Volksvermögen ersetzt wird. Gesetze dienen immer häufiger nicht mehr dazu einen "freien Wettbewerb" zu sichern, sondern schaffen neue Möglichkeiten der staatlich sanktionierten kriminellen Bereicherung. Offensichtlich ist das kein wirtschaftlicher Wettbewerb, sondern ein politischer. Der der die meisten Abgeordneten in der Tasche hat gewinnt.

    Die Republikanischen Kandidaten Ted Cruz, Donald Trump und Marco Rubio stehen sehr offensichtlich für diesen rechstautoritären, ausländerfeindlichen und zerstörerischen Weg in einen neuen Protofaschismus. Meiner Ansicht nach sind unsere Politiker nicht mehr so weit von deren Positionen entfernt.

    Der globale Kapitalismus ist meiner Meinung nach schon längst gescheitert. Es erscheint mir täglich absurder, dass die Wirtschaftswissenschaft so tut als gäbe es ihn noch. Muss sie sich nicht endlich zum Scheitern des Kapitalismus bekenen?

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    1. Hallo alien observer,

      ich denke, es ist schon so wie Sie es sagen: Ein Großteil der Profite entsteht im Finanzsektor. Es ist ebenfalls zutreffend, dass die damit verbundenen Aktivitäten teilweise vom realen wirtschaftlichen Geschehen entkoppelt sind. Die Notenbanken wollen mit der Flut billigen Geldes die reale Wirtschaft ankurbeln. Aber man kann durchaus sagen, dass sie damit hauptsächlich das Finanzmarkt-Casino befeuert haben.

      Allerdings wird das von den führenden Notenbanker und Ökonomen ganz überwiegend so nicht gesehen. Dass so möglicherweise Blasen aufgepumpt wurden, ebenfalls nicht - zumindest offiziell nicht. Deswegen läuft es auch immer so weiter wie bisher.

      Wie sich die Wirtschaftswissenschaftler verhalten sollten, lässt sich nicht einfach beantworten. Man muss die wissenschaftliche Analyse und Erklärung der Wirtschaft trennen vom Auftrag der Wirtschaftspolitik. Ökonomen sind ja keine Politiker. Aber wenn sie Politiker beraten und vor allem auch anders beraten wollten, dann müssten sie wohl zunächst ihre eigenen Theorien infrage stellen. Das ist vom Mainstream ganz sicher nicht gewollt. Jedenfalls kann ich eine entsprechende Bereitschaft nicht ausmachen. Sie war kurzfristig nach der Finanzmarktkrise bei einem Teil der führenden Ökonomen vorhanden. Aber davon kann inzwischen keine Rede mehr sein.

      Eine andere Sache ist die Entkopplung der Wirtschaftspolitik vo den Wirtschaftswissenschaften. Inwieweit besteht denn in der Politik überhaupt die bereitschaft, ökonomischem Rat zu folgen oder eventuell auch besseren ökonomischen Rat zu suchen und umzusetzen? Ich sehe auch hier gegenwärtig keine große Bereitschaft.

      Sie schreiben, der globale Kapitalismus sei längst gescheitert. Das stimmt m.E. wenn man noch etwas ergänzt: Die gegenwärtige FORM des globalen Kapitalismus, die auf von wenigen großen Konzernen dominierte Märkte abstellt, ist gescheitert. Die großen und sich weiter vergrößernden Ungleichgewichte sind ein Beleg dafür.

      Viele Grüße
      SLE

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    2. Hallo Herr Eichner,

      ich muss doch noch antworten, weil ich denke, dass ich häufig missverstanden werde.

      Sie sagen, es ist "dieser" Kapitalismus der gescheitert ist. Diese Aussage ist völlig richtig aber irrelevant. Natürlich wäre es möglich gewesen, dass auch in einem Kapitalismus die soziale Ungleichheit und der Umgang mit den Ressourcen (einigermassen) geregelt werden. Vielleicht hätten wir diese Problem nicht, wenn wir auf die Studie "Limits to Growth" in den 70ern gehört hätten.

      Häufig wurde in der Geschichte Diskutiert, ob der Weg den der Kapitalismus gegangen ist, nicht ein Automatismus der Selbstzerstörung ist der im Kapitalismus selbst angelegt ist. Auch dies ist müßig. Wichtig ist allein, es ist so eingetreten wie Meadows et al. in 1972 prophezeiten. Ob der Kapitalismus daher inherent selbstzerstörerisch ist oder nicht, spielte nur so lange eine Rolle bis der Kapitalismus sich selbst an den Rand des Abgrundes brachte.

      Die Frage ist heute, ob wir in einem kapitalistischen System, in dem über realwirtschaftliche Mechanismen Geld mit Geld verdien wird, die Probleme lösen können die der Kapitalismus heute geschaffen hat.

      Wir könnten natürlich die Entscheidung treffen die Banken zu entmachten und für mehr soziale Gleichheit sorgen. Wir könnten die Reichen heranziehen um mehr Solidarität zu schaffen. Es ist möglich, dass der Kapitalismus all das überleben würde, da diese Strukturen eigentlich nicht Kapitalistisch sind. Tatsächlich wären diese Maßnahem sogar nötig DAMIT der Kapitalismus überlebt.

      Aber der Kapitalismus kann und wird nicht mit dem Ende des Wachstums fertig, mit dem Klimawandel oder mit der Ausbeutung der Ressourcen. Zum Beispiel wäere ein massives herunterfahren der Wirtschaftsproduktion notwendig um die CO2 Ziele, den Ressourcenverbrauch und die globale Ungleichheit in Angriff nehmen zu können.


      Es wäre technisch ohne weiteres möglich dies zu tun, in dem wir die geplante Obsoleszenz beenden. Wir könnten von heute auf Morgen damit anfangen Produkte zu erzeugen die eine 5 mal, 10 mal oder 100 mal längere Lebensdauer haben und nur noch einen Bruchteil der Energie für ihren Betrieb benötigen. Diese Entscheidung würde unseren Wohlstand (die Menge der in unserem Besitz befindlichen genutzten Gegenstände) nicht beeinflussen so lange wir gleichzeitig eine andere Möglichkeit der Verteilung der Güter finden. Ohne Einbussen auf unseren Lebensstandard würden wir daher massiv Ressourcen einsparen. Gleichzeitig aber würden wir die meisten Beschäftigten Arbeitslos machen und etliche Betriebe in den Ruin treiben.

      Innerhalb des Kapitalismus wäre dies daher ein so extremer Bruch, dass das Wirtschaftssystem völlig in die Knie gehen würde. Diese Maßnahmen, die unbedingt nötig sind um auch nur anzufangen mit den Problemen der Zukunft fertig zu werden, können im Kapitalismus nicht umgesetzt werden. Deshalb, und nicht aus den Gründen der Ungleichverteilung ist der Kapitalismus vor allem gescheitert. Es ist die Zukunft mit der der Kapitalismus nicht fertig wird.

      Wie Georg Trappe immer wieder und neulich auch Gail Tverberg bemerkte, ist der Kapitalismus aus der Sicht der Physik ein dissipatives System, dass ohne die Zufuhr freier Energie von aussen kollabieren MUSS.

      Herzliche Grüße

      Alien Observer



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    3. Hallo Alien Observer

      und vielen Dank für Ihre Sicht.

      Der Umbau der Wirtschafts- und Marktstrukturen würde aus meiner Sicht nicht zwingend die meisten Beschäftigten arbeitslos machen, aber sicherlche mit vielen Insolvenzen einhergehen.

      Der Schlüssel dazu sind insbesondere die Nachfrager. Wenn sie nicht mehr Massenprodukte und immer nur - unbeachtet der qualitativen Unterschiede - das Preisgünstigste kaufen würden, wären die Unternehmen gezwungen, darauf einzugehen, sich umzustellen. Das kann alles nur funktionieren, wenn wir wieder ein erheblich höheres Maß an Differenzierung und viel mehr neue Nischen realisieren oder besser gesagt, wenn dies die Unternehmen tun.

      Denn was zu kollabieren droht, ist der globale teile der Wirtschaft, auf dem die Konzerne dominieren, mit einem Rattenschwanz an Zulieferern, die ebenfalls zu wanken beginnen, wenn es für die großen eng wird. Und ich denke, es wird eng für sie werden. Warum, das haben sie selbst gerade im Grunde bereits skizziert.

      Regionalisierung ist, worum es dabei vor allem auch geht. Das Potenzial dafür ist da oder besser gesagt im Zuge der Nachteile von Massenproduktion und fortwährender Kostensenkung herangereift. Und es gibt ja auch schon viele Unternehmen/Unternehmer, die das nutzen. Es wäre jedoch wichtig, dass dies auch von der Wirtschaftspolitik aktiv und mit erheblichem Einsatz gefördert würde. Doch nach wie vor geschieht exakt das Gegenteil. Die Wirtschaftspolitik und die Notenbanken befeuern einseitig die Konzerne und das - vor dem Hintergrund zunehmend labiler Märkte - mit ständig steigendem Einsatz.

      Allerdings sehe ich keinen Politiker - in meiner fortwährenden, kleinen und persönlichen globalen Rundschau -, der auch nur ansatzweise in diese Richtung geht. Damit und vor allem deswegen ist der Kollaps des - wie Sie es sagen - Kapitalismus zum Scheitern verurteilt.

      Viele Grüße
      SLE

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    4. Hallo Herr Eichner,

      für mich ist die Lektüre dieses Textes von Wolfgang Streeck, Soziologe und ehem. Direktor des MPI für Gesellschaftsforschung eine große Bestätigung meiner hier ausgeführten Ansichten.

      Er beschreibt die Gründe für den derzeitigen Untergang des Kapitalismus wesentlich ausführlicher als ich das tue.
      Einige neue Gesichtspunkte die mir bisher entgangen sind sind kommen darin ebenfalls vor.

      Beispielswise, das der Kapitalismus für seine Existenz starke gesellschaftliche Kräfte benötigt die die vermarktwirtschaftlichung der Gesellschaft eingrenzen können.

      Seit dem aufkommen des Neoliberalismus und dem ende der Sovietunion scheitert der Kapitalismus daher an seinem Erfolg:

      Siehe Wofgang Streeck: How will capitalism end?

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    5. Hallo alien observer,

      ich würde sagen er scheitert an der Unfähigkeit, sich immer wieder neu zu erfinden. Und das liegt letztlich daran, dass der Wettbewerb - anders als von der wirtschaftsliberal-neoklassischen Lehre angenommen - eben nicht grundsätzlich von alleine dafür sorgt, dass sich Märkte in einer Art dynamischen Machtbalance befinden.

      Reifende Märkte lassen den Wettbewerb diese Funktion verlieren und das führt sukzessive dazu, dass auch ganze Volkswirtschaften ausreifen und sich dauerhafte Ungleichgewichte herausbilden. Damit beginnt "der Kapitalismus", sich selbst zu zerstören. Das geschieht letztlich, weil die Entscheider in der Politik unfähig oder schlicht nicht willens sind zu erkennen, dass und vor allem wann der Wettbewerb seine regulative Funktion verliert und was genau dann getan werden muss, um die dynamische Balance auf Märkten wieder herzustellen.

      Genau deswegen befinden wir uns heute global wieder in einer ähnlichen Situation wie einst in den späten 20er und frühen 30er Jahren. Das dies geschieht, ist keine Zwangsläufigkeit. Es ist wie gesagt die Unfähigkeit oder die Unwilligkeit die wirtschaftliche Realität so zu sehen wie sie wirklich ist!

      Viele Grüße
      SLE

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  2. Das scheitern der globalen Kapitalismus ist natürlich auch die Ursache für Flucht und Vertreibung (sowie die Zerstörung unserer Umwelt und unseres Klimas).

    In der Wissenschaft ist dieser Zusammenhang nicht weiter umstritten, in der Öffentlichkeit wird der Zusammenhang globaler Kapitalismus und Flucht und Vertreibung aber nicht erörtert. John Tirman, Direktor des Instituts für internationale Studien am MIT führt dies hier aus. Ohne diese Erkenntnis werden wird uns aber die Einsicht in unsere eigene Verantwortung für die globale Krise unmöglich sein.

    Denn letztendlich sind es nicht die Banken oder Miliardäre die für dieses System verantwortlich sond. Wir es die unseren Lebensstandard nur durch die Unterdrückung und Ausbeutung der Menschen im globalen “Süden” aufrechterhalten können.
    Wir sind die 10% der Weltbevölkerung die 80% der globalen Ressourcen verbrauchen
    Wir profitieren seit Jahren vom globalen Neoliberalismus und verschliessen die Augen vor den totalitären und imperialen Strukturen die er im Namen unseres Wohlstandes in der Welt errichtet hat.

    Im Bild von Alan Kurdi kollidieren die humanistischen und ethischen Werte die wir glauben im “Westen” zu vertreten mit der bitteren Realität der imperialen Ausbeutung. Jetzt erkennen wir, oder spüren im kollektiven Unterbewusstsein, dass diese Werte nicht mit dem Handeln an unseren Grenzen und in den Herkunftsländern vereinbar sind. Unser Wirtschaftssystem ist eine Lüge die wir uns ständig selbst erzählen.

    Westliche Werte und westliche imperiale, totalitäre Realität und Wohlstand sind nicht unter einen Hut zu bringen sobald sie öffentlich sichtbar werden.

    Wir selbst wären diejenigen die den Wohlstand teilen müssen wenn wir unsere Werte ernst nehmeh würden und wir leben in dem Irrglauben wir hätten uns diesen Wohlstand selbst verdient. Kein Politiker also kann jemals zugeben, dass die Angleichung der Lebensstandards bei uns beginnen muss ohne seine Wählerschaft zu verlieren.

    Nur wenn wir hier eine globalisierbare, postkapitalistische Alternative zum neoliberalen Wirtschaftsmodell vorleben, können wir hoffen die Fluchtursache “globalisierter Kapitalismus” zu beseitigen. Deshalb haben diejenigen die für einen rechtsautoritären Imperialismus stehen den politischen Rückhalt in nserer Bevölkerung den sie brauchen um dieses System der globalen Ausbeutung voranzutreiben.

    Wir und diejenigen in den gewählten Machtpositionen stehen vor der Wahl, entweder uns ideologisch zu einem faschistoiden, rassistischen, totalitären Imperialismus zu bekennen der sich hinter waffenstarrenden Mauern verschanzt, oder zu einer revolutionären Wende in einen anderen postkapitalismus von dem wir gar nicht wissen wie er aussehen könnte, da wir das Wissen über sozialistische, anarchistische und kommunistische Modelle unterdrückt haben.

    Diese Wahl ist zu schrecklich als das wir sie Wahrhaben wollen. Die Eliten sind natürlich eher dem faschistoiden Imperialismus zugeneigt. Wir aber tun alles um uns dieser Realität nicht stellen zu müssen. Auf lange sicht aber wird uns diese Realität einholen und eine dieser beiden Alternativen wird sich durchsetzen müssen wenn nächstes Jahr 2 übernächstes 4 und überübernächstes 8 Millionen zu uns wollen, weil sie zu recht davon ausgehen, dass der Wohlstand den wir hier haben auf ihrem Rücken geschaffen wurde.

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  3. Noch ein Nachtrag.

    Ich halte diesen Blog für eine der wenigen Stimmen die sachlich und nüchtern versucht die komplizierten Antworten zu geben und damit gegen diesen aufkommenden Faschismus anzuschreiben. Ich weiss nicht wie bewusst das geschieht, ach wenn ich immer wieder versucht habe das Bewusstsein dafür zu schärfen.

    Meiner Ansicht nach zeichnen sich faschistische Gesinnungen dadurch aus, dass sie um ihre autoritären Ziele durchzusetzen Opfer zu Tätern stilisieren. Die Veröffentlichungen der Propagandaorgane des Neoliberalismus (wie die INSM) tun genau das.

    Für die denkfaulen und autoritär Gesinnten scheint diese Täter-Opfer Umkehr die einfachste Erklärung für ihre eigenen Probleme zu liefern. Es ist die Verlockung des Faschismus die einfachen Antworten zu geben.

    In dem man in den unteren Klassen, dem Prekariat, dem Fremden, dem Migranten und dem Flüchting nicht das Opfer sondern den Verursacher der Missstände zeichnet, redet man dem Faschismus den Mund.

    Durch diese Opfer Täter Umkehr ist es gelungen so viele hinter das neue autoritäre, faschistoide, neoliberale Projekt zu versammeln. Ich halte Horst Seehofer, De Maiziere und Schäuble in dieser Hinsicht ebenso Schuldig wie Frauke Petry.

    Die Wirtschaftswissenschaftsproffesoren die die AFD gründeten waren meiner Ansicht nach zu Dumm zu Erkennen, dass ihr Standpunkt im Resultat der von Frauke Petry war, auch von den die VWL Profs die sich nicht in der AFD organisierten teilen diese Dummheit.

    Aber Merkel, Steinbrück, Gabriel, Özdemir und Co. sind ebenso dabei den Weg in einen neuen Faschismus zu pflastern. Ob Bewusst oder unbewusst ist mir nicht klar. Das Resultat bleibt am Ende das gleiche. Ich weiß ich bin da Streng, aber wer sich nicht offen gegen den globalen Kapitalismus ausspricht ist meiner Ansicht nach zumindest Steigbügelhalter des neuen Faschismus.

    So lange wir die Migranten und Flüchtlinge Diskutieren und nicht den Kapitalismus werden wir uns auf das von mir gezeichnete Horrorszenario eines faschistoiden Imperialismus zubewegen.

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  4. @alien observer
    "Wir selbst wären diejenigen die den Wohlstand teilen müssen wenn wir unsere Werte ernst nehmeh würden und wir leben in dem Irrglauben wir hätten uns diesen Wohlstand selbst verdient. Kein Politiker also kann jemals zugeben, dass die Angleichung der Lebensstandards bei uns beginnen muss ohne seine Wählerschaft zu verlieren." usw, usf.

    Danke für die guten Kommentare hier (und anderswo). Mein Reden seit '33; selbst im engsten Familien-/Freundeskreis rennt man da vor die Pumpe, bestenfalls ein "Kannste nix machen" oder "willste wieder die Welt retten" kommt da zurück.

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