Freitag, 27. April 2012

S&P stuft Spaniens Bonität herab


Nun ist es also soweit. Es ist Zeit für neue Herabstufungen der Bonität von Krisenstaaten in der Euro-Zone – allen Beteuerungen der Euro-Retter, man habe seine Hausaufgaben gemacht und alles werde gut, zum Trotz.
Mittlerweile muss man sich allerdings ernsthaft fragen, ob die Euro-Retter solcherlei Verlautbarungen selbst noch ernst nehmen. Denn es braucht für die diesmal von S&P gegebene Begründung der Herabstufung von Spaniens Bonität (1) keine Experten mehr, so offensichtlich sind die Probleme dieses Euro-Landes und all jener Länder, die auf striktem austeritätspolitischem Kurs sind.
Was ist durch das Krisenmanagement der vergangenen Jahre besser geworden?
Die verordnete Sparpolitik soll die Schuldenprobleme lösen und defizitäre Haushalte in Ordnung bringen helfen. Aber Geschichte ist eine Geschichte des Vergessens. Deswegen wollen wohl nur noch die Euro-Retter nicht wahr haben, dass Heinrich Brüning sich irrte und immer neue austeritätspolitische Maßnahmen Volkswirtschaften nur immer tiefer in die Rezession treiben, soziale Spannungen heraufbeschwören, die sich bei Wahlen in der politischen Landschaft in Form des Aufstiegs links- und rechtsextremer Parteien niederschlagen (wofür sich die regierenden Politiker aber nicht verantwortlich fühlen) und so direkt in politische Krisen münden und das Ziel des Schuldenabbaus so nicht gelöst wird, sondern zur Utopie gerät. Darum glauben möglicherweise auch nur noch Geldmarktexperten wie zum Beispiel Herr Draghi (und Mr. Bernanke) fest daran, dass das viele billige Geld, dass sie koste es was es wolle in die Finanzmärkte pumpen, irgendwann in der Wirtschaft ankommt und sie in Schwung bringen wird – irgendwann. Wie war das noch? Die Rente ist sicher ... und der Euro stabil.
Willkommen im Märchenland. Doch wer sich ein wenig mit Märchen auskennt, der weiß, dass es sehr viele sehr grausame Märchen gibt. Die Euro-Retter machen Märchen wahr.
 

Kommentare:

  1. Wenn man ideologisch verbohrten Menschen mit IQs unter Raumtemperatur das Ruder in der Wirtschaft ueberlaesst, dann kommt soetwas dabei heraus.
    Willkommen in der grossen Depression 2.0.

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  2. Na ja, ob die nun verbohrt sind oder nicht:
    Gegen exponentielle Gesetztmäßigkeiten und Zyklen ist kein Kraut gewachsen.
    Wir hätten es gern linenar. Aber alles im Universum läuft in Zyklen.

    Bei aller Kritik: Wenn wir mal ganz nüchtern vergleichen, wie es im Rest der Welt und in D aus sieht, dann geht es uns schon noch ganz gut. (Auf Kosten der Anderen)

    Ganz ehrlich: Ich hoffe auf einen großen Absturz. Nur so kann dieses kranke politische System gesunden. Ein Großteil der Bevölkerung hat fast vollständig den gesunden Hausverstand verloren. 90% sind ballaballa..und begreifen die einfachsten Zusammenhänge nicht mehr.

    Wie könnte das auch anders sein, wo doch alles auf dieser Welt miteinander verbunden ist.

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