Samstag, 19. Mai 2012

Keine guten Neuigkeiten für JP Morgan: Jamie Dimons Sitz im Board der New York Fed wackelt, SEC-Nachspiel für Facebook-IPO


JP Morgan, Jamie Dimon und die New York Fed

Noch steht die Höhe des Spekulationsverlustes von JP Morgan nicht fest und die Ermittlungen diverser Behörden laufen, da kommt der nächste Schlag für Jamie Dimon, Chef von JP Morgan. Timothy Geithner, der US-Finanz-minister und ehemalige Chef der New York Fed hat jetzt in einem Interview indirekt, aber ziemlich unmissver-ständlich durchblicken lassen, dass er Jamie Dimon empfiehlt, als Mitglied des Boards der New York Fed zurückzutreten. (1) Begründung: Es sei sehr wichtig, dass die für die Bankenaufsicht zuständigen Behörden als politisch unbeeinflussbar wahrgenommen würden und über Unabhängigkeit sowie die Möglichkeiten verfügten um eine ausreichend scharfe und effektive Finanzmarktregulierung sicherzustellen, die die Bürger vor einer erneuten Finanzmarktkrise schützt. (2)

JP Morgan und der Facebook-Börsengang

Mit viel Getöse war der gestrige Börsengang von Facebook vorbereitet worden. Der Ausgabekurs für die Facebook-Aktie war auf 38 Dollar festgesetzt worden. Börsianer hatten für den Handelsstart von Aufschlägen von bis zu 50 Prozent phantasiert. Doch am Ende des Handelstages stand die Aktie mit 38,23 Dollar nur 0,6 Prozent über dem Ausgabepreis. (3) Das betreuende Bankenkonsortium: JP Morgan, Goldman Sachs und Morgan Stanley.
Allerdings hat der Börsenstart wegen technischer Pannen ein Nachspiel: Die Börsenaufsicht SEC prüft, warum in den ersten zwei Stunden nach dem offiziellen Start keine Kurse angezeigt wurden (4) und es ferner für Orders vom System nicht wie sonst in Sekundenschnelle, sondern gar keine Bestätigungen gab (5), wodurch erhebliche Verwirrung entstand.
Als der Handel nach Verzögerung dann startete, wechselten in den ersten 30 Sekunden gut 82 Millionen Aktien von Facebook, die zum Kurs von 38 Dollar und damit zum Ausgabepreis zugeteilt waren, den Besitzer. Wer allerdings seine Bank beauftragt hatte, ohne Preisgrenze gleich zu Handelsbeginn zu kaufen, musste 42-43 Dollar je Aktie zahlen. (6)
Dieses Kursniveau erreichte die Aktie im gesamten Handelsverlauf nicht einmal mehr annähernd, obwohl die den Börsengang betreuenden Banken JP Morgan, Goldman Sachs und Morgan Stanley mehrfach mit Stützungs-käufen intervenierten, damit der Kurs nicht unter den Ausgabepreis fiel. Mehr noch sackte der Kurs schon kurze Zeit nach Handelsbeginn deutlich in Richtung Ausgabekurs ab. Die Verkäufer der ersten Handels-sekunden machten damit einen entsprechenden Schnitt. Börsenkommentatoren spekulierten aus diesem Grund darüber, ob dies ein Fall von Insiderhandel sein könnte. (7)
Noch kurz vor der Erstnotierung hatte Facebook aufgrund der großen Nachfrage das Emissonsvolumen um 25 Prozent erhöht. Beim Kurs von 38 Dollar je Aktie kommt das Unternehmen auf einen Börsenwert von sagenhaften 104 Milliarden Dollar. Das entspricht dem zusammengenommenen Börsenwert von Bayer und BMW. Google kam bei seinem Börsengang „lediglich“ auf einen Börsenwert von 20 Milliarden Dollar und nahm weniger als zwei Milliarden Dollar ein. (8)
Spannend ist nun die Frage, wie sich die Aktie ab Montag im Handel entwickelt. Im Vorfeld hatten viele gewarnt, Facebook sei massiv überbewertet, vor allem weil es ähnlich wie seinerzeit bei der New-Economy-Blase Zweifel gibt, ob das Unternehmen tatsächlich ein mit dem Börsenwert korrespondierende Gewinne abwerfendes Geschäftsmodell hat. Der schwache und aus Sicht der SEC Fragen aufwerfende Börsenstart ist kein gutes Omen – und gewiss auch nicht die Art von Nachrichten, die JP Morgan gerade jetzt gut gebrauchen kann. Ein dickes Geschäft war der Börsengang für die betreuenden Banken indes auf jeden Fall. 

Aktuelle Entwicklungen zum Spekulationsdebakel von JP Morgan und in der US-Regulierungsdebatte

Kommentare:

  1. Ordentlicher Beitrag, gerne mehr davon.

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  2. ha, facebook, das ist doch nur hochgehypt worden, damit die ganzen ötzels und Unterschichtis Aktien kaufen, weil sie meinen das sei ganz toll jezt. Und dann läßt man die Luft raus....damit endlich mal etwas Geld vernichtet wird, ist ja zuviel da. Pech nur für die dummen Ötzels.

    Facebook gehört verboten, nein die Armee muß sofort an die Serverfarmen fahren und ein paar Grananten reinballern -> zack, sofort sind alle Daten weg und facebook ist pleite.

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  3. genau meine Meinung.
    Weg damit , braucht niemand.

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