Samstag, 20. April 2013

Das Drama von Boston entgleiste zur schamlosen Hollywood-Action-Inszenierung



Der zweite, 19-jährige mutmaßliche Attentäter von Boston ist gefasst worden. Das ist gut. Denn das schreckliche Attentat auf die Teilnehmer und Besucher des Bostoner Marathon kann nur von Menschen begangen worden sein, die sich in eine kranke Gedankenwelt verirrt haben und gemeingefährlich geworden sind. Auch wenn dadurch nichts wieder gut gemacht werden kann, so mussten sie gefasst werden.

Es bestehen offensichtlich keine Zweifel, dass es sich bei dem nun gefassten 19-jährigen und seinem 26-jährigen Bruder um die Attentäter handelt. Sie haben aber in jedem Fall einen weiteren Menschen, einen Polizisten, getötet, bevor sie flüchteten und die Jagd auf sie begann.

Der 26-jährige mutmaßliche Bombenattentäter wurde gestern erschossen, scheinbar von Kugeln geradezu durch-siebt. Sein jüngerer Bruder entkam zunächst.

Spätestens von diesem Punkt hatte man als außenstehender Betrachter das mulmige Gefühl, dass die waffen-starrenden, blutrünstigen High-Tech-Action-Filme, wie man sie von Hollywood kennt, nicht schlicht Fantasie-produkte sind, sondern die US-Realität widerspiegeln, wobei die Medien das alles weltweit in schlimmster Reality-TV-Manier haarklein und exzessiver Breite auf die Fernsehbildschirme der Menschen in aller Herren Länder trans-portierten. Es war unmöglich, dem zu entkommen. Man wurde förmlich Meldungen und Berichten, die nur selten wirklich wesentliche Informationen enthielten, penetriert und dazu genötigt, sich nichts von diesem einmaligen Spektakel entgehen zu lassen und so die niederste Sensationsgier in sich wecken und freien Lauf zu lassen.


Und das war es, ein Spektakel: Eine bis an die Zähne bewaffnete, mit schwerem Gerät ausgerüstete Armee von Polizisten, FBI und Soldaten, unterstützt von kreisenden Black Hawk Militärhubschraubern jagte den 19-jährigen bewaffneten, mutmaßlichen Attentäter von Boston – immer begleitet und gefilmt von einem riesigen Medienauf-gebot. Über Boston wurde eine Ausgangssperre verhängt, von der kontrollierten Sprengung eines Gebäudes war die Rede, große Sportereignisse wurden abgesagt und der Luftraum wurde teilweise gesperrt.

War das Film, war das Realität?

Man mochte seinen Augen und Ohren nicht mehr trauen und stellte sich stumm die Frage: War das alles wirklich erforderlich, um einen einzelnen, zweifellos gefährlichen und sicher auch unberechenbaren Menschen dingfest machen zu können?

Ich fühlte mich unweigerlich erinnert an einen alten Film-Klassiker. Unvergessen ist für viele der als Warnung vor einer völlig überzogenen und letztlich eskalierenden Reaktion gedachte Action-Klassiker „Rambo“ von 1982, mit Sylvester Stallone in der Rolle des von Polizei, FBI und Militär zu Unrecht gejagten ehemaligen Vietnam-Helden. Mit den Jahren ist den Action-Filmen aus Hollywood jedoch jeglicher Tiefgang verloren gegangen. Übrig geblieben ist die blanke Action der blutigen Art, das heißt völlig sinnentleerte Film-Produktionen, die außer unbesiegbaren amerikanischen Übermenschen, der technischen und militärischen Unbesiegbarkeit von Amerika und dem unablässigen Einsatz von Waffen jeglicher Art – das nennen sie „Action“, viele nennen es „Unterhaltung“ – nichts zu bieten haben.

Wessen Einschätzungsvermögen nicht durch das Anschauen allzu vieler moderner Hollywood-Action-Filme dieser Art getrübt ist, wird sich fragen, ob „Rambo“ in Boston nicht gerade Realität geworden ist, mit dem Unterschied, dass erstens der Gejagte keineswegs „zu den Guten“ gehörte. Zweitens wurde das alles nicht von Filmleuten gedreht, sondern von einer unverhohlen auf Sensationsgier und Einschaltquoten setzenden Medienmeute, im Auftrag von Medienkonzernen und öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, die suggerieren, dabei lediglich ihren Informationsauftrag nachzugehen, obwohl der Informationsgehalt der Berichte größtenteils gegen Null tendierte und sich tatsächlich nur auf die Vermittlung der „Action“ reduzierte.

Muss das, ja, darf das überhaupt sein?

Ganz ehrlich: Ich fand das alles entsetzlich, beschämend und abstoßend. Ich wollte mir das nicht mehr anhören und anschauen müssen. Ich habe mein Radio ausgeschaltet – auf TV verzichte ich ohnehin schon lange –, wann immer wieder ein aktueller Bericht zur Lage oder irgendwelche Kommentare dazu kamen.

Der Anschlag und die vielen Opfer haben mich sehr traurig gemacht. Mitgefühl und Respekt gegenüber den Opfern darf aber so nicht aussehen, darf nicht derart schamlos mit Selbstdarstellung und der Hatz nach Einschaltquoten und Umsätzen vergiftet werden.

Selbstverständlich ist es Sache der Amerikaner, wie sie eine solche Situation handhaben wollen. Bedenkt man jedoch, dass die Obama-Administration für eine Verschärfung der Waffengesetze kämpft, dann hat sie sich mit der Jagd von Boston einen Bärendienst erwiesen. Aber vielleicht steigen ja dadurch Obamas Zustimmungswerte in den Umfragen.

Für viele Menschen, offensichtlich gerade auch in den USA, sind die Grenzen zwischen Film und Realität längst verwischt und wer dort von seiner Waffe Gebrauch macht, wird sich ohnehin immer im Recht oder mithin sogar als Held sehen. Das hat nur etwas mit der Selbstwahrnehmung zu tun, die aber nicht zuletzt gerade auch von der Filmindustrie und Action-Inszenierungen Hollywoods oder eben der US-Regierung beeinflusst wird.

Jeder, der in den USA (und anderswo) zu Waffen und zum Gebrauch von Waffen neigt, wird sich durch die als Medienspektakel inszenierte, erfolgreiche Jagd auf die mutmaßlichen Attentäter von Boston darin bestätigt sehen, eine Waffe zu besitzen und sie auch einzusetzen, wann immer ihm persönlich das richtig erscheint. Hollywood hat Recht. Boston beweist das.

Die Menschen in Boston haben gejubelt, als die Nachricht von der Ergreifung des 19-jährigen endlich kam. Was sie bejubelten, war nichts anderes als ein gelungener Vernichtungsschlag einer schwerbewaffneten Armee  - gegen einen einzelnen Mann.

Selbst der Abschluss des Dramas von Boston erinnert somit an die Hollywood-Action-Vorlagen. Amerika hat wieder einmal gewonnen. Dass die ganze Welt auch das sehen und hören konnte, dafür habe die Medien gesorgt. Hat die US-Regierung das nötig?

Das alles ist kein Grund zum Jubeln. Im Gegenteil.

Kommentare:

  1. fragen sie sich lieber wie es kommt das der ältere bruder unverletzt in einen polizeiwagen steigt, http://edition.cnn.com/video/#/video/us/2013/04/19/vo-suspect-perp-walk.cnn und später angeblich von seinem eigenen bruder überfahren wurde und dann so aussieht. http://www.chicagonow.com/mayor-daily/2013/04/exclusive-extremely-gruesome-image-of-tamerlan-tsarnaev-from-mass-general-hospital/

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    1. Danke für die Hinweise.

      Ich denke, niemand erwartet ernsthaft, dass uns von offizieller Seite die wahre Geschichte erzählt werden wird. Es ist wahrscheinlich, dass vieles verschwiegen wird. Unterm Strich würde ich deswegen aber meinen Kommentar wohl nicht anpassen oder revidieren müssen, denken Sie nicht?

      Aber schauen Sie sich den Blätterwald doch einmal an: Wo wird das, was ich hier konstatiere und was auch Presse und Medien konstatieren könnten, selbst wenn sie den größten Teil der Geschichte Nicht kennen, ausgesprochen?

      Viele Grüße
      SLE


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  2. Dennoch uebernehmen Sie aus dem kritisierten Spektakel, dass die beiden wirklich vermeintliche Verbrecher sind:
    "Der zweite, 19-jährige mutmaßliche Attentäter von Boston ist gefasst worden. Das ist gut. Denn das schreckliche Attentat auf die Teilnehmer und Besucher des Bostoner Marathon kann nur von Menschen begangen worden sein, die sich in eine kranke Gedankenwelt verirrt haben und gemeingefährlich geworden sind. Auch wenn dadurch nichts wieder gut gemacht werden kann, so mussten sie gefasst werden."
    Etwas mehr Zweifel waere hier sicherlich angebrachter..

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  3. Dieser Meinung bin ich auch. Bei all den Schauermärchen die um Attentate, Terrorismus, Kriegen und Banken von der Administration, Geheimdiensten und der Presse seit Jahrzehnten verbreitet werden, ist wohl grösster Zweifel angebracht. Ja nicht nur Zweifel sondern Gewissheit, dass im Fall Boston mit so viel Ungereimtheiten keine Wahrheit zu Tage treten kann. Natürlich sind solche Tragödien auch ein gefundenes Fressen für passionierte Verwirrungstifter. Da ist jede Nachricht sofort im Zentrum der Verschwörungstheorie. Aber Sie nehmen Stellung zur Verhaftung, bevor er als Tatverdächtiger vernommen wurde. Ich erinnere nur an 9/11. Ist die Version CIA die Wahrheit?

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  4. @ Anonym (beide!)

    Wenn Sie nochmals genau lesen, werden Sie feststellen, dass ich keine Vorverurteilung vorgenommen habe. Das wollte ich auch nicht.

    Es wird niemand ernsthaft bestreiten wollen, dass das Attentat von jemandem begangen worden sein muss, der sich in eine "kranke Gedankenwelt verirrt" haben und als "gemeingefährlich" angesehen werden muss.

    Und insofern ist es absolut richtig, dass diejenigen, die ernstlich dieses Attentats VERDÄCHTIGT werden, gefasst werden.

    Die beiden stehen/standen (denn einer ist ja bereits tot) definitiv unter Verdacht und das rechtfertigt in jedem Fall ihre Ergreifung, um klären zu können, ob sie die Täter waren.

    Ich habe jedoch IMMER sehr bewusst nur von "mutmaßlichen" Attentätern gesprochen.

    Dass zur Ergreifung eine schwerbewaffnete Armee und Militärhubschrauber etc. eingesetzt wurden, erweckt allerdings schon den Anschein, als habe man in den USA seitens der Behörden bereits das Urteil über die beiden gesprochen, bevor man sie ergriffen und ihre Fälle untersucht hatte.

    Ich habe das nicht getan und das werden Sie aus meinem Post auch nicht herauslesen können.

    Viele Grüße
    SLE

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  5. da allseit bewusst ist, wer und wie solche Übungen vonstatten gehen, ergibt sich bei mir ein Interesse an diesem schmirrenteater von 0%. dermass ausgestattet bin ich befreit von solch niederträchtigen gelüsten. gottseidank

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  6. Hallo und Guten Abend

    John J. Rambo hatte, mit einer im Kern zu tiefst verletzten Seele, wenigstens noch Manieren. Aber warum wohl verletzt? Weil er von denen verraten wurde an die er geglaubt und fuer die er gekaempft und getoetet hatte. Koennte man auch einen Afg.- oder Irak-Heimkehrer fragen wenn der sich nicht schon zuvor das Leben genommen haette. Der Titel "Das Millionenspiel" trifft es wohl eher.
    Gut dass ich mich ausserhalb der EUdSSR und deren westlich des Atlantik bzw. des Aermelkanal verorteten meinungsbildenden Sphaeren befinde. Hier in Asien habe ich, was diese penetrante Art von Berichterstattung anbelangt, dahingehend meine Ruhe. Ich verfolge lediglich hin und wieder das westlich gepraegte Weltgeschehen via Netz sowie deren alternativen Blickwinkel und da kristalisiert sich m.E. schon etwas konstruiertes in Bombston heraus. Und trotz Sarkasmus und Zynismus habe ich die Gabe der Empathie bezueglich aller Opfer weltweit. Ich stimme meinen Vorredner nur insofern zu als das es "[...ein gefundenes Fressen für passionierte Verwirrungstifter.]" ist. Sowie der Verweis auf "mutmasslich". Meines Erachtens wurde hier medienwirksam, wie in "Logan`s Run"(im Kontext einer apathischen Welt) als auch die spaektakulaere handhabe eines "Running Man" oder der "Hunger Games" erfolgreich via Media 3.0 (schliesst die Art und Weise der Berichterstattung via Live Ticker und Web ein) in Szene gesetzt. 9/11 is ja schon eine Weile her und wie sonst laesst sich die (gefuehlte) Terrorgefahr, die laut Umfrage in den USA bereits am sinken ist als omnipresent aufrecht erhalten als auch die damit verbundenen "Patriot Act" Bestimmungen und "Bill of (whom`s) Rights" dementspraechend weiter umzuaendern ergo zu beschneiden und in Richtung Homeland Security, Police state etc. zu verschieben und! auszuweiten. Im gleichem Atemzug sollen die zugestellten Briefe mit Rizin (9/11 laesst gruessen) an Kriegsnobelpr.. aehm Friedensdrohnendingenspreiser Obusher "I have a Drea.. ahem Drone" sowie Senatoren und man staune, der bombastische Brief an Herr Gauck, aufgefuehrt werden, der vorsorglich gesprengt wurde auch wenn dessen Inhalt wohl weniger dazu geeignet war eine ernsthafte Gefahr darzustellen, es sei denn er haette mit diesem Brief vorsaetzlich sein Hirn entzuendet *Brainbomb*. Schema F eben.Verbunden mit der Mahnung eines Herrn Friedrich, doch bitte die Videoueberwachung und Datenabfrage-und Speichelung zum Vorrat Bla Bla Bla.. wobei das alles gar nicht mehr von Noeten ist da
    a) http://www.golem.de/news/ueberwachung-bundestag-erlaubt-polizei-abfrage-von-pin-und-passwoertern-1303-98336.html als auch b) https://netzpolitik.org/2013/einzigartig-in-der-masse-aus-mobilfunk-bewegungsdaten-konnen-ganz-einfach-einzelpersonen-identifiziert-werden/ bereits legalisiert "dem deutschen Volke" zuliebe vorgelegt wurden. Sicherheit geht vor, weit vor(waerts). Bedenkt man dann noch folgende Tatsache >> http://gutjahr.biz/2013/04/facebook-home/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=facebook-home dann stuende der Reality TV Show ein Quantensprung bevor. Terrorverdaechtigter skyped VoIP waehrend er am Zuender spielt und der meistbietende kann sich dann ein Ziel seiner Wahl.. und im Anschluss darf gevoted werden und der/die Gewinner/in wird live mit auf der Jagt nach Mr. X embedded waehrend Mr.X seinen Standort von Zeit zu Zeit via Twitter und FB Timeline.. ein Event fuer die ganze Familie mit T-Shirt, Beiwerk und Tombola... weit hergeholt? Nun, betrachtet man die jubelnde Menge und Volksfestatmosphaere in Boston und US weit ist das bestimmt nicht mehr so weit hergeholt. Die "Terror-Sau" durch das globale Dorf getrieben, im geBackpack Sicherheit und ganz neben bei u.U. zwei Unschuldige ? einfach mal dazu bestimmt der Aushoehlung der Bill of Rights in den US und anderen Staaten einen Baerendienst zu erweisen (innenpolitisch wie auch geopolitisch und -strategisch) und dafuer auch noch Heldenhaft vor grossem Puplikum zu sterben.

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  7. Anzumerken ist auch dass die Inet-Seite der Boston Bombing Opfer zwei Tage zu frueh in das WWW eingestellt worden ist. Aber es kraeht kein Hahn mehr danach, nur noch was fuer VT`ler is klar. Das Megaevent um zu zeigen wer Herr in deinem Hause ist. Was mich wundert ist, wer zahlt die Kosten fuer den Einsatz, bei laufenden Budgetkuerzungen da der Fiscal Cliff noch net entschaerft ist? Homeland Security hat ja an die 1.5 Milliarden Hohlmantelgeschosse, Fema-Lager, Totensaecke, Militaerausruestung, etc.. Bombston ist ein Testlauf um ganz oeffenlich und ungeniert der Weltoeffentlichkeit zu demonstrieren dass in einer nie existierenden Demokratie mal eben schnell ein lange geplanter Polizeistaat medienwirksam implementiert wurde der a) funktionsfaehig ist und b) auch auf seine eigenen Buerger schiessen darf. In zukunft auch via Drohne. Selbst die sonst so investigative ARD (ironie off) weiss zu berichten dass: "[...In den USA wird momentan diskutiert, wie man ihn behandeln soll. Soll man ihn als feindlichen Kämpfer einstufen, weitgehend ohne juristische Rechte? Geht das überhaupt bei einem US-Bürger, denn das ist Dschochar Zanarjew seit letztem Jahr?

    Klar ist, dass das Justizministerium entschieden hat, den jungen Mann zunächst zu verhören, ohne ihm seine Rechte zu gewähren, also das Recht zu Schweigen und auf einen Anwalt.]" Another one bites the dust - Ja, es geht und wird sicherlich nicht! oeffentlich zelebriert werden(feindlicher kombatant = guantanamo = Militaer Tribunal) wenn der Verdaechtige nicht ausversehen.. Ich wiederhole mich> Fema, Homeland Sec., etc. Bombston ist nur eine Etappe von vielen Qui Bono, selbst Putin wird wohl dankbar sein und wir ausser vielen Nebelkerzen wohl nicht wirklich erfahren werden was abgelaufen ist. Die Angriffe auf das WTC vor 9/11 und das Anwerben von "Terroristen" durch das FBI und CIA und Uebergabe von scharfen Bomben, Sauerland Group, Mc Veight, usw. Ist nur ein Baustein und wie immer muessen dafuer viele ins Gras beisen -beiderseits der Frontlinie- wie sagte mal einer so schoen> Humankapital, Human Resource oder noch abwertender "Container".

    http://www.wearechange.ch/hintergrund/basiswissen/3944-boston-bombing-ein-schelm-wer-boeses-false-flag-denkt

    "Im Krieg stirbt zuallererst die Wahrheit" auch im Medienkrieg.

    In diesem Sinn, ready for the Fleischwolf und Guten Appetit.

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    1. @ Anonym (Teil 1)
      Vielen Dank für Ihre Ausführungen und die Links. Das ist Stoff zum Nachdenken.

      Bedenken muss in diesem Zusammenhang ergänzend sicher auch, wie sehr sich die Lage innerhalb den USA mittlerweile verschlechtert hat. Im Januar gab es in den USA beispielsweise schon fast 48 Millionen Essensmarkenempfänger – seit der Lehman-Pleite 2008 ist deren Zahl nahezu ununterbrochen gestiegen. Und ein detaillierterer Blick auf die US-Arbeitslosenstatistik – wie z.B. regelmäßig auf Querschuesse nachzulesen – zeigt, dass sich die Lage in diesem Punkt viel schlechter darstellt, als die offiziellen U3-Arbeitslosenzahlen es suggerieren. Allein schon die weitergefasste Arbeitslosenquote (U6) liegt doppelt so hoch bei um die 15-16 Prozent.

      Was ich damit sagen will: Die USA sind ein soziales Pulverfass geworden.

      Freilich wird man dies – wie auch vieles andere, was in anderen Staaten, gerade auch in Europa, auf eine ähnliche Entwicklung bzw. Lage hindeutet – in der Presse so nicht lesen und in den Medien so nicht vermittelt bekommen.

      Heute Morgen bekam ich eine E-Mail von einem Leser, der bezogen auf meinen Post zur Jagd auf die mutmaßlichen Attentäter das Szenario etwas weiter fasste als ich es getan habe und seine Besorgnis äußerte. Ich möchte, weil es im Zusammenhang mit Ihren Ausführungen eine gute Ergänzung darstellt, wiedergeben, was ich ihm antwortete:

      Sehr geehrter Herr … ,

      vielen Dank für Ihre Reaktion auf meinen Kommentar zur Jagd auf die mutmaßlichen Boston-Attentäter.

      Ich beobachte wie Sie sehr genau und mit wachsender Sorge die Entwicklungen in den USA und in anderen Regionen der Welt und ich stimme Ihnen in Ihren Überlegungen zu.

      --> Fortsetzung siehe Teil 2

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    2. @ Anonym (Teil 2)

      Fortsetzung:

      Mit besonderer Sorge erfüllen mich auch die Entwicklungen in Italien. Italien ist de facto bereits unregierbar geworden. Das muss man ganz nüchtern konstatieren, aber die europäischen Staats- und Regierungschefs, die uns seit Monaten mit Hilfe der Presse und der Medien suggerieren wollen, es sei in Europa und gerade auch in den europäischen Krisenstaaten noch alles im Lot oder gar auf einem guten Wege, sind ganz offensichtlich nicht bereit, dies einzugestehen – sich selbst nicht, vor allem aber gegenüber der Öffentlichkeit nicht.

      Es wäre nicht nur das Engeständnis des eigenen Versagens bei der Krisenbewältigung, sondern mehr noch des Scheiterns der Blaupause oder Vision einer von Konzernen dominierten und (deswegen) ewig wachsenden Weltwirtschaft, die die etablierten politischen Kräfte in allen Industrieländern seit mehreren Dekaden sukzessive verwirklicht haben und nun, da sich diese Vision als nicht funktionstüchtig erweist, mit aller Kraft und – was besonders besorgniserregend ist – mit allen Mitteln zu erhalten versuchen.

      Dazu gehört mittlerweile nicht mehr nur die gezielte und massive Beschönigung der Lage, teils durch statistische Tricks. Vielmehr gehört dazu auch, dass Fakten, die die tatsächliche Entwicklung belegen, ignoriert und geleugnet werden sowie auch und offenbar immer mehr das Unterdrücken von negativen oder nicht in das gewünschte Bild passende Nachrichten in Presse und Medien – z.B. die von Beppe Grillo initiierten aktuellen Massenproteste in Rom gegen die “Nomenklatura” bzw. das politische Establishment, das sich jeglichem Wandel, jeglicher Verbesserung des korrupten politischen Systems in Italien widersetzt. Meldungen dazu in Presse und Medien musste man – gestern jedenfalls – mit der Lupe suchen. In ähnlicher Weise werden solche, nicht ins gewünschte Bild passende negatve Nachrichten auch in Spanien zurückgehalten.

      Es ist vor diesem Hintergrund nicht überraschend, dass in Italien selbst die aktuelle Situation immer stärker mit der der Weimarer Republik verglichen wird und zwar nicht so sehr in wirtschaftlicher, sondern in politischer Hinsicht.

      Die USA werden erstens alles tun, um ihre Hegemonialstellung zu bewahren. Trotzdem gibt es nicht mehr zu übersehende Auflösungskennzeichen. Die USA sind aber zweitens – so wie im Übrigen auch China – zu einem sozialen Pulverfass geworden.
      Möglicherweise versucht man in den USA jetzt, diese explosive Spannung gezielt in ganz bestimmte Richtungen zu entladen und damit zugleich nach außen Stärke zu demonstrieren.

      Es ist, wie mir mit Erschrecken klar geworden war und was ich deswegen anderen zumindest indirekt mitteilen wollte, angesichts der von mir in meinem Kommentar als Hollwood-Action-Inszenierung charakterisierten Jagd auf die mutmaßlichen Attentäter von Boston nicht auszuschließen, dass genau das damit erreicht werden sollte.

      Viele Grüße
      Stefan L. Eichner

      PS: Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass diese Ausführungen lediglich meine persönliche und damit subjektive Einschätzung wiedergeben. Ich habe mir erlaubt, den Text meiner Antwort auf die Leserzuschrift von Fehlern zu befreien, wie sie einem bei rasch geschriebenen E-Mails leider allzu häufig unterlaufen.

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  8. Ich bin dann ja 'mal gespannt auf Teil 2 und hoffe, dass Sie die Kurve von Boston nach USA ;-) gut hinkriegen. Die Links im ersten Kommentar beweisen(?!), dass Sie hier hier "fremdes" Terrain betreten. Wie gesacht: Ich hoffe, Sie kriegen die Kurve in Teil 2.

    Und noch'n Tipp: Hören Sie auf - wie viele andere - die Lehmann-Schoiße rauf und runter zu beten: Der Ex-Goldman Sucks CEO Henry Paulson hat die Chance genutzt einen Konkurrenten zu erledigen, eine Fußnote mehr nicht! Die Krise nahm ihren Anfang in den 70-igern ... und nicht erst mit Lehmann!

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  9. guten abend,

    soviel zum thema>> http://www.radio-utopie.de/2013/05/15/ermachtigungsgesetz-durch-militars-pentagon-autorisiert-sich-zum-einsatz-des-militars-im-inland-bei-zivilen-unruhen/

    mfg
    Anonym

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