Samstag, 22. Januar 2011

Die Krise der FDP: Vogel-Strauß-Politik - nicht offen für konstruktive Kritik


Die FDP steckt nach wie vor im Umfragetief und scheint angesichts der bevorstehenden sieben oder vielleicht auch acht Landtagswahlen - wenn es in NRW doch noch zu Neuwahlen kommt - nicht gewillt oder nicht fähig, sich mit den Ursachen dafür auseinander zu setzen und sich zu verändern. Ein Beispiel dafür ist die Reaktion auf meine Problemanalyse, die ich Wolfgang Kubicki nach seiner Kritik an der FDP-Führung in einer E-Mail zur Kenntnis brachte. Was anschließend geschah, habe ich Herrn Kubicki  in einer zweiten E-Mail mitgeteilt:
Sehr geehrter Herr Kubicki,

in meiner E-Mail vom 12.12. habe ich Sie in Reaktion auf ihre offene Kritik am FDP-Kurs auf ein grundlegendes Problem aufmerksam machen wollen. Ich mache kein Geheimnis aus dem, was ich Ihnen geschrieben habe, sondern möchte es als konstruktive Kritik verstanden wissen.

Als ich nun jedoch eine E-Mail vom selben Mail-Account an einen Bundestagsabgeordneten schickte, musste ich feststellen, dass dieser Account auf der Spam-Liste von bundestag.de steht. Meine Mail wurde automatisch abgewiesen.

Ich möchte Sie davon in Kenntnis setzen, weil das ausgesprochen merkwürdig ist. Ich habe nie zuvor von diesem Account und Mail-Server aus eine E-Mail an einen Bundestagsabgeordneten geschickt. Tatsächlich habe ich von diesem Account zuvor auch nie eine E-Mail an einen Politiker geschickt, da ich ihn nur für geschäftliche Zwecke nutze, außer an Sie.

Ich weiß nicht, an wen meine E-Mail weitergeleitet wurde und ich habe auch überhaupt nichts dagegen einzuwenden, im Gegenteil. Meine Nachricht hat den Bundestagsabgeordneten zwischenzeitlich auf einem anderen Wege erreicht. Ich bin dennoch nicht erfreut, dass so etwas geschieht.

Ich will keine große Sache daraus machen. Aber vielleicht sagt Ihnen dieser Vorfall mehr als mir.

Für eventuelle Rückfragen stehe ich Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Stefan L. Eichner
Ich mag mich irren, aber für mich sieht es nicht so aus, als stelle sich die Parteiführung den selbstverursachten Problemen. Im Gegenteil wird offenbar sogar versucht, eine Debatte mit allen Mitteln zu verhindern. Das ist ein schlechtes Zeichen für eine demokratische Partei und kein ermutigendes Zeichen für all jene FDP-Mitglieder, die ein Interesse an der Zukunftsfähigkeit ihrer Partei - über das Jahr 2011 hinaus - haben.

Den Bürgern ist das egal. Ihr Votum zur Zukunftsfähigkeit der FDP bringen sie mit einem Kreuz auf dem Wahlzettel zum Ausdruck. Es wird für die Partei 2011 sieben Mal ein möglicherweise sehr hartes, in jedem Fall aber ein auf Jahre hinaus irreversibles Urteil sein.

Ergänzende Links zu diesem Thema:
-   Neoliberalismus in der Krise: Vom liberalen Irrtum marktliberaler Ökonomen und Politiker (v. 21.06.09);
-   Warum Politiker in der Krise wirtschaftspolitisch nicht "die Kurve kriegen" (v. 05.10.09);
-   Wirtschafts- und Finanzmarktkrise: Falsche Theorie, falsche Krisenpolitik (v. 17.11.09);
-   "Mehr Freiheit wagen!" - Anspruch, Realität und Niedergang des Politik-Konzepts der CDU. "Stuttgart 21" wird zum Marstein. (v. 12.11.10).

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