Freitag, 19. August 2011

Gold-Hausse, Aktien-Talfahrt, Angst vor Schuldenkollaps und Rezession - hohe Zeit für Untergangsszenarien


Die Aktien sind weltweit wieder auf rasanter Talfahrt. Der Goldpreis erklimmt täglich neue Rekordhochs. Große Banken haben neue drastische Sparprogramme aufgelegt und bauen massiv Stellen ab. Täglich werden es mehr. Heute ist es die Bank of America, bei der Tausende Stellen auf der Streichliste stehen sollen.

Wäre nicht die in vielen Industriestaaten - bedingt durch die Bankenrettungsorgie, gigantische Konjunkturpakete und zum Teil seit Monaten anhaltende Finanzmarktspeku-lation - drastisch gestiegene und immer weiter ansteigende Staatsverschuldung, so könnte man sich aktuell in das Jahr der Lehman-Pleite (2008) zurückversetzt fühlen.

Viele sagen, das sei vorhersehbar gewesen. Die Bankenrettungs- und Konjunkturpakete hätten nicht zur Bewältigung der Probleme beigetragen. Die wirklichen Ursachen der Krise seien nicht angegangen, sondern die Probleme seien lediglich mit viel Geld - dem für Politiker bequemsten aller Lösungs-"Instrumente", weil die Bürger dafür gerade stehen - übertüncht worden. Es sei nur eine Frage der Zeit gewesen, wann sie wieder an die Oberfläche gelangen würden.

Dem schließe ich mich an.

Jetzt sind wir also wieder an dem Punkt angelangt, an dem die Ratlosigkeit ihrem Maximum zustrebt und jeder wissen will, was geschehen wird. Ganz besonders wollen das Anleger wissen. Denn mittlerweile weiß vor allem keiner mehr den sicheren Hafen zu benennen, in den man sein Geld bringen könnte.

Gerade in diesem Zusammenhang ist vielleicht nur als Randnotiz anzumerken: Die Goldpreisentwicklung und Banken-Prognosen zum Goldpreis erinnern aktuell sehr an die Ölpreis-Hausse im Jahr 2008 vor der Lehman-Pleite. Das gilt umso mehr, als jeder weiß, wie sehr die Finanzmärkte respektive beinahe alle Anlageklassen durch die Liquiditätsflut der Notenbanken aufgebläht worden sind.

Nun geht es an den Börsen also wieder bergab. Viel Spielraum, um Ruhe in die Märkte zu bringen, haben die Notenbanken und ganz besonders die Fed dieses Mal allerdings nicht, ganz zu schweigen von den Regierungen, die im Schuldenloch stecken.

Es ist, so scheint es, erneut die hohe Zeit für Untergangspropheten und Untergangs-szenarien. Das ist wohl immer so, wenn niemand mehr so recht die Märkte versteht. Ich wundere mich nur ein wenig, dass die Zeitungen sie bisher noch nicht bemüht haben.

Ich bin gewiss kein Untergangsprophet. Beispielsweise sehe ich keinen Grund, aus dem Euro zu flüchten oder vor einem Kollaps der Euro-Zone zu warnen, wie es viele Finanz-marktakteure, einige Ökonomen, die US-Ratingagenturen und neuerdings implizit gerne auch die US-Regierung und die Fed tun, um damit von den eigenen Problemen abzulenken. Was die USA anbelangt, sehe ich allerdings zugegebenermaßen für die Zukunft in der Tat Probleme der kaum unturbulent lösbaren Art. Mir kommt es darauf an, Erklärungen zu geben und auf Lösungsmöglichkeiten hinzuweisen.

Aus diesem Grund, aber vor allem auch, weil die aktuellen Probleme und deren Ursachen keineswegs neu sind, möchte ich für diejenigen, die auf der Suche nach schlüssigen Erklärungen sind, weil sie besser verstehen wollen, was gegenwärtig geschieht und wohin die Entwicklung geht, an dieser Stelle meinen Post
"Was geschieht, wenn die nächste große Blase platzt? Ein halbes "Untergangsszenario"."
vom 28. Oktober 2009 zur Lektüre empfehlen. Denn es macht keinen Sinn, eine neue Version zu erstellen. Er ist systematisch nach Problemdimensionen untergliedert und hat, soweit ich es sehe, nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Im Gegenteil.

Ich wünsche Ihnen ein schönes, sonniges und erholsames Wochenende.

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